Text: Hebr 13,12–14

Thema: Mensch sein und mittragen

Ev. Emmausgemeinde Eppstein
Pfarrer Moritz Mittag

Vorspiel
Choralvorspiel: O Mensch, bewein dein Sünde groß – Olivier Latry, Orgel

Begrüßung

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. | Mt 20,28

Dass einer für den anderen einsteht, darauf kommt es in diesen Tagen an. Manche sind in dieser Hinsicht besonders gefordert. Manche wachsen dabei über sich hinaus. Es ist viel von Heldinnen und Helden die Rede. Und das, trotz der Sensibilität gegenüber den zur Zeit oft bemühten Redeweisen einer Kriegsführung. Von „Heldinnen“ und „Helden“ wollte ich nicht sprechen. Das schmälert nicht meine Hochachtung und meine Dankbarkeit denen gegenüber, die unentwegt für uns da sind. Für mich sind es Menschen, die realisiert haben, was es heißt menschlich zu sein. Ob sie’s wissen oder nicht, sie folgen darin einem, der für sie da ist ganz und gar. Hut ab!

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele. | Mt 20,28

EG 88,1-3.6        Jesu, deine Passion

1. Jesu, deine Passion will ich jetzt bedenken; / wollest mir vom Himmelsthron Geist und Andacht schenken. / In dem Bilde jetzt erschein, Jesu, meinem Herzen, / wie du, unser Heil zu sein, littest alle Schmerzen.

2. Meine Seele sehen mach deine Angst und Bande, / deine Schläge, deine Schmach, deine Kreuzesschande, / deine Geißel, Dornenkron, Speer- und Nägelwunden, / deinen Tod, o Gottessohn, der mich dir verbunden.

3. Aber lass mich nicht allein deine Marter sehen, / lass mich auch die Ursach fein und die Frucht verstehen. / Ach, die Ursach war auch ich, ich und meine Sünde: / diese hat gemartert dich, dass ich Gnade finde.

4. Gib auch, Jesu, dass ich gern dir das Kreuz nachtrage, / dass ich Demut von dir lern und Geduld in Plage, / dass ich Lieb um Lieb dir geb, dass ich Lob dir singe, / bis ich dorten bei dir leb, bessern Dank dir bringe.

Votum
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 43
Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk / und errette mich von den falschen und bösen Leuten! / Denn du bist der Gott meiner Stärke: / Warum hast du mich verstoßen? / Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt? / Sende dein Licht und deine Wahrheit, / dass sie mich leiten / und bringen zu deinem heiligen Berg / und zu deiner Wohnung, / dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, / und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott. / Was betrübst du dich, meine Seele, / und bist so unruhig in mir? / Harre auf Gott; / denn ich werde ihm noch danken, / dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.
Kommt, lasst uns anbeten!

Gloria patri
Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sündenbekenntnis
„Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht“, so sagen wir manchmal im Scherz und handeln so ein andermal im Ernst. Das steckt tief in uns drin. Es nimmt uns manche Chance. Es kostet schlimmstenfalls Leben. Wir möchten anders, möchten so wie Du, Jesus, den Nächsten lieben wie uns selbst. Aber das fällt uns schwer und manchmal gelingt es uns gar nicht. Herr, erbarme dich!

Kyrie
Herr, erbarme dich; Christe, erbarme dich; Herr, erbarm’ dich über uns!

Gnadenzuspruch
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist, und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.
Lobsinget dem Herrn, erhebet seinen Namen!

Gloria
Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Fried’, den Menschen ein Wohlgefallen.

Salutatio
Der Herr sei mit euch! – Und mit deinem Geist.

Gebet
Gott, du hast uns verbunden durch Jesus Christus. Durch ihn wissen wir, der Nächstbeste kann unser Nächster sein. Nicht nur die aus meiner Familie, meinem Verein, meinem Ort, meinem Land, meiner Kirche … Hilf uns, dass wir einander dienen nach dem Willen unseres Bruders im Heiligen Geist. Amen.

Evangelium Mk 10,35–45
35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen zu ihm: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, was wir dich bitten werden. 36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue? 37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit. 38 Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde? 39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde; 40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das zu geben steht mir nicht zu, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist. 41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes. 42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an. 43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener sein; 44 und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht sein. 45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. – Amen.

Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde; und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben.

EG 76,1-2 O Mensch, bewein dein Sünde groß

1. O Mensch, bewein dein Sünde groß, / darum Christus seins Vaters Schoß / äußert und kam auf Erden; / von einer Jungfrau rein und zart / für uns er hier geboren ward, / er wollt der Mittler werden. / Den Toten er das Leben gab / und tat dabei all Krankheit ab, / bis sich die Zeit herdrange, / dass er für uns geopfert würd, / trüg unsrer Sünden schwere Bürd / wohl an dem Kreuze lange.

2. So lasst uns nun ihm dankbar sein, / dass er für uns litt solche Pein, / nach seinem Willen leben. / Auch lasst uns sein der Sünde feind, / weil uns Gotts Wort so helle scheint, / Tag, Nacht danach tun streben, / die Lieb erzeigen jedermann, / die Christus hat an uns getan / mit seinem Leiden, Sterben. / O Menschenkind, betracht das recht, / wie Gottes Zorn die Sünde schlägt, / tu dich davor bewahren!

Predigt
Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Am Freitag hat Papst Franziskus die Mauern des Vatikanischen Palastes hinter sich gelassen und ist vor die Tore des Petersdoms getreten. Wo ihn normalerweise ein paar Tausend Menschen erwartet und umjubelt hätten, lag ein leerer und weiter Platz vor ihm. Er stand allein, als er den besonderen Segen „urbi et orbi“, der Stadt und dem Weltkreis erteilte. Und er stand draußen vor der Kirche, in der sich zurzeit keine Gläubigen versammeln dürfen.

Die Welt leidet unter der Pandemie. Die diktiert das Geschehen und setzt auch Grundrechte außer Kraft. Die gelten allerdings ohnehin nicht, als Jesus aus der Stadt unterm Tempelberg vor das Tor geführt wird, wo sich der Platz für die Hinrichtungen befindet. Auf den Tempel und auf diesen Ort, den wir als „Golgatha“ kennen, spielen auch die Verse an, die wir heute im Brief an die Hebräer lesen:

Hebräer 13,12 Darum hat auch Jesus, damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut, gelitten draußen vor dem Tor. 13 So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen. 14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.

Draußen vor dem Tor. Das heißt ausgesondert aus der Lebensgemeinschaft der Einwohner. Draußen vor dem Tor, das sind mehr als zwei Meter Sicherheitsabstand vom einen zum anderen. Das ist die tödliche Unterbrechung der Beziehungen, in denen Leben sich vollzieht. So weit weg fließt Jesu Blut, und es fließt, „damit er das Volk heilige durch sein eigenes Blut“ [Hebr 13,12], heißt es im Hebräerbrief. Der spielt wohl auf das Versöhnungsfest, Jom Kippur, an. An diesem Tag im Herbst fließt im Tempel das Blut von Opfertieren. Der Hohepriester allein vollzieht das Opfer, das diesen Ort des Kultes reinigen soll und zugleich die Gemeinschaft der Gläubigen.

Aber jetzt wird draußen vor dem Tor gelitten. Das Blut Jesu, das dort fließt, „sein eigenes“ fließt für das Volk, es fließt für uns. So will es der Hebräerbrief uns vermitteln. Als der Brief entsteht, gibt es den Tempel nicht mehr. Im Jahr 70 n.Chr. wird er zerstört.

Gottesdienst gibt es jetzt sozusagen nur noch draußen vor dem Tor. Da ist der Ort, wo Gott den Menschen begegnet. Zeichenhaft wird so deutlich, dass dieser Gott ein Herz hat für die Ausgesetzten. In den Evangelien sind das oft die Aussätzigen, denen Jesus vorbehaltlos begegnet. Wer ihm entsprechen will, wer sich an seiner Nachfolge versuchen will, der wird auch symbolisch und tatsächlich draußen vor dem Tor seinen Gottesdienst verrichten müssen.

„So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen“ [Hebr 13,13]. Was der Hebräerbrief seiner Gemeinde aufträgt, verlangt von ihr, dass sie sicheres Terrain verlässt und es wagt sich selbst dem auszusetzen, was sie da draußen erwartet.

Unter „seiner Schmach“ können wir uns vorstellen, was die Evangelien geschildert haben: Jesu Weg ans Kreuz und bis in den Tod. Er ist begleitet von Spott und Gemeinheit, roher Gewalt und dumpfer Abgestumpftheit. Einer mehr oder weniger, der da stirbt, was macht’s? Was da geschieht, spottet der Menschlichkeit. Menschen zerstören das Leben eines Mitmenschen. Andere sehen zu, teilnahmslos die einen, genussvoll die anderen, berechnend wieder andere.

Soviel wissen wir von der Welt und wie es in ihr zugeht, dass wir längst begriffen haben, solches geschieht zu jeder Zeit. Es ist auch unserer Lebenswelt nicht fern.

Wie kann es sonst sein, dass die Staaten unserer Europäischen Gemeinschaft so lange warteten, bis endlich einige wenige tätig geworden sind. Erst in den letzten Tagen wurde begonnen, schwersterkrankte Patienten aus den am schlimmsten betroffenen Regionen Italiens und Frankreichs in Kliniken beispielsweise bei uns zu überführen, die dafür noch Kapazitäten haben.

Wie kann es sonst sein, dass medizinisches Material international verschoben wird, als wären Banditen am Werk. Aber vielleicht sind sie es ja.

Auch das gehört zu uns Menschen. Die Versuchung nur an uns zu denken. Den eigenen Vorteil zu suchen auch um den Preis, das Wohl der anderen auf’s Spiel zu setzen oder zu zerstören. Und wer von uns kann schon behaupten, er könne den ersten Stein werfen, weil er in allen Punkten von dieser Anklage freigesprochen würde?

Darum kommt das Kind im Stall zur Welt. Darum geht es seinen Weg und hinterlässt uns Spuren. Darum flieht Jesus nicht vor dem Kreuz, sondern nimmt es auf sich. Darum wird sich am Ostermorgen zeigen, dass die Liebe Gottes stärker ist als der Tod.

Im Lichte dieses Ostermorgens leben wir Christen (wenn wir es nicht vergessen). Von daher wissen wir, dass das, was wir hier leben gleichsam ein Anlauf ist, ein Anlauf zu einem Leben, wie es Gott für uns gedacht hat.

„So lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen“ [Hebr 13,13].

Im Moment werden wir gar nicht gefragt, ob wir hinausgehen wollen. Unsere Kirchen, unsere Gottesdienstort sind geschlossen. In gewisser Weise empfinden wir das als Schmach. Es macht uns etwas aus.

Alle, für die der Gottesdienst eine Bedeutung hat, leiden mehr oder weniger darunter, dass die Feier des Gottesdienstes nicht stattfindet. Für uns Gläubige fehlt da etwas. Nicht nur den Rhythmus des Wochen-Erlebnisses betrifft das, sondern auch das Fehlen einer Gemeinschaft, die mit Singen und Beten, im Hören auf Gottes Wort und seine Verkündigung sich vor Gott versammelt. Und jetzt, nachdem wir uns unter den Bedingungen des weitgehenden Kontaktverbotes eingerichtet haben, spüren wir umso mehr, was uns fehlt und auch was uns im Tiefsten ausmacht.

Unsere Gemeinschaft ist nicht virtuell. Sie zielt auf und sie lebt von der Begegnung und von kultivierter Nähe. „Friede sei mit Dir!“ sagen wir einander in der Abendmahlsliturgie zu. Dabei sehen wir uns in die Augen und reichen einander die Hand. Jetzt spüren wir, welche Dimensionen der Kommunikation uns fehlen, wenn wir nur noch telefonieren oder die anderen modernen Kommunikationsmittel nutzen. Wir verstehen aus uns heraus, warum Kleinkinder am Bildschirm von Fernseher oder Tablet Emotionen nicht wirklich wahrnehmen und die Fähigkeit zur Empathie nicht ausbilden können. Dazu brauchen wir uns vis-à-vis.

Und ein Freund meinte, was er am meisten vermisse, wäre einen Menschen, den er mag oder der das mal braucht, in den Arm zu nehmen. Auch „das Berühren der Figüren (mit den Pfoten) ist verboten“.  

Gleichzeitig sind wir umso mehr gefragt, Gott zu dienen, indem wir „hinausgehen vor das Lager“. Wir müssen uns fragen, wo es unserer Hilfe und unsere Begleitung bedarf.

Deshalb läuten wir und rufen zu gemeinsamen Gebetszeiten auf, weil die Vereinsamung der Vereinzelten die Krise verschärft und es wichtig ist, Gemeinschaft auch jetzt zu spüren. Deshalb entstehen ständig neue Formate und Angebote, die den Problemen aus dem Kontaktverbot begegnen. Deshalb üben wir Solidarität mit denen, die im medizinischen Betrieb der Epidemie begegnen, wenn wir möglichst zuhause bleiben und auf vieles verzichten, was uns zur Gewohnheit geworden war.

Und bei unserem „Hinausgehen vor das Lager“ sollten wir vor allem die nicht vergessen, denen jetzt all das fehlt, was wir mitunter überdrüssig genießen: Sicherheit, die eigenen vier Wände, Versorgung, ein soziales Netzwerk.

Was ist aber mit denen auf der Straße? Und mit denen in den Heimen? Was ist mit den Menschen in der Eppsteiner Seniorenresidenz, die längst keinen Besuch mehr bekommen dürfen? Die Liste lässt mühelos verlängern.

Da müssen wir kreativ werden und aktiv und uns überlegen, wie wir helfend oder erleichternd tätig werden können. Dazu fordere ich alle auf und ganz besonders diejenigen, die in diesen Tagen über Langeweile klagen. Macht Euch Gedanken, wie Ihr helfen könnt! Lasst Euch etwas einfallen, was die Brücke schlägt von draußen nach drinnen und umgekehrt!  

Und das alles können wir mit einer Gelassenheit tun, die nicht zu verwechseln ist mit Gleichgültigkeit. Gelassen können wir sein, weil wir daran glauben, dass Gott mit uns noch mehr vorhat als das, was wir hier erleben können. Für jedes Leben gilt das. Für das, was jung zu Ende geht ebenso, wie für das das hochbetagt auf sein Ende wartet. So verstehe ich den Vers, den wir alle aus der Einleitung zum Geleitsegen im Trauergottesdienst kennen, ermutigend und tröstend:

„Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“ [Hebr 13,14].

Ja, in diesen Wochen lernen wir: Was wir haben, ist vergänglich. Wir selbst sind vergänglich. „Wir haben hier keine bleibende Stadt“. Aber wir sind auf einem Weg, an dessen Ende wir, mit Gott verbunden, Vergänglichkeit und Tod hinter uns lassen werden. Darum: „Lasst uns nun zu ihm hinausgehen vor das Lager und seine Schmach tragen“ [Hebr 13,13].

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

EG 640      Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehn

1. : Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen, / dein Reich komme, Gott, dein Reich komme. : / Dein Reich in Klarheit und Frieden, Leben in Wahrheit und Recht. / Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.

2. : Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen, / dein Reich komme, Gott, dein Reich komme. : / Dein Reich des Lichts und der Liebe / lebt und geschieht unter uns. / Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.

3. : Lass uns den Weg der Gerechtigkeit gehen, / dein Reich komme, Gott, dein Reich komme. : / Wege durch Leid und Entbehrung / führen zu dir in dein Reich. / Dein Reich komme, Gott, dein Reich komme.

Fürbittengebet
Lasst uns beten
Für Ingrid Brestel, geb. Sabel aus Niederjosbach. Sie war am 16.11.1941 zur Welt gekommen und ist am 12.03.2020 von uns gegangen. Am vergangenen Donnerstag haben wir im engsten Kreis, wie es die Umstände erfordern von ihr Abschied genommen. Dabei war uns die Liebe gegenwärtig, die sie den Ihren geschenkt hat. Deiner Liebe, Gott, vertrauen wir sie an und bitten Dich für alle, die jetzt Trauer tragen, dass der Kummer bleibender Dankbarkeit weicht. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“

Wir beten um ein waches Gewissen, um ein Leben, das Frucht bringt. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Um Verständnis für unsere Mitmenschen, um Mut, die Wahrheit zu sagen und dafür einzutreten besonnen und offen. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Um die Fähigkeit allen Menschen so zu begegnen, dass sie durch uns Gottes Güte spüren. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Für unsere Kirchen, dass sie sich bewusst sind: Wir sind der Weinberg, den Du, Gott, gepflanzt hast, den Du behütest, auf dem Du ernten willst. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Für alle Menschen der Erde, dass sie vor der um sich greifenden Epidemie bewahrt werden und Hilfe finden, wenn sie derer bedürfen. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Für Menschen, die Dich besonders brauchen, die Hungernden, dass sie satt werden, die Flüchtenden, dass sie ankommen können. Lasst uns bitten: „Kyrie eleison“
Gott, bleibe bei uns mit deinem Wort und schenke uns die Kraft zum Wachsen. Darum bitten wir Dich im Vertrauen auf Christus.

Wir beten still.

Stilles Gebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

EG 395,1-3         Vertraut den neuen Wegen

1. Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist, / weil Leben heißt sich regen, weil Leben wandern heißt. / Seit leuchtend Gottes Bogen am hohen Himmel stand, / sind Menschen ausgezogen in das gelobte Land.

2. Vertraut den neuen Wegen / und wandert in die Zeit! / Gott will, dass ihr ein Segen / für seine Erde seid. / Der uns in frühen Zeiten / das Leben eingehaucht, / Der wird uns dahin leiten, / wo er uns will und braucht.

3.. Vertraut den neuen Wegen, / auf die uns Gott gesandt! / Er selbst kommt uns entgegen. / Die Zukunft ist sein Land. / Wer aufbricht, der kann hoffen / in Zeit und Ewigkeit. / Die Tore stehen offen. / Das Land ist hell und weit.

Mitteilungen

Wieder kann ich nicht für eine Kollekte danken. Manch einer, der üblicherweise nicht zum Gottesdienst kommt, weiß gar nicht, dass eine Gottesdienst-Gemeinde wie unsere jenseits der Kirchensteuer sonntags durchschnittlich zwischen 150 und 200 € zusammenlegt.
Stattdessen danke ich Ben, Florian und Jonah für ihren Dienst als Zusteller beim Einkaufsservice. Jeden Tag der vergangenen Woche von Montag bis Freitag waren sie nachmittags mit dem Rad unterwegs, um Medikamente und Einkäufe zuzustellen.
In der kommenden Woche setzen wir den Einkaufsservice fort.

Dass wir dabei nicht im einen Geschäft Ihren Lieblingsessig, im andern die günstige Butter, beim nächsten die Wurst, die wenn überhaupt für gewöhnlich bei Ihnen auf den Tisch kommt, einkaufen, dafür bitten wir um Verständnis und verweisen für solche Erwartungshorizonte auf kommerzielle Anbieter.

Den Emmausblick können Sie per Click auf der Website lesen oder ausdrucken. Lara und Jan Röling – herzlichen Dank Euch beiden! – übernehmen die Zustellung der in kleiner Zahl gedruckten Exemplare. Sie sollen an die gelangen, von denen wir wissen oder vermuten, dass sie keinen Zugang zum Internet nutzen.

Und noch was – bis dahin läuten wir abends jetzt abgestimmt mit der Landeskirche um 19.30 h und sonntags um 12 h, denn wir wissen: Beten verbindet!

Segen.
Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.
Amen, amen, amen.

Orgelnachspiel
Fuga sopra un soggetto – Daniel Maurer, Orgel