„Es ströme aber das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.“ (Amos 5,24)
Liebe Gemeinde,
Wasser ist die Grundlage allen Lebens. Es erfrischt, schenkt Kraft und lässt Pflanzen wachsen. Ein Bach, der niemals versiegt, ist ein Bild für Hoffnung und Beständigkeit. Genau dieses Bild verwendet der Prophet Amos, wenn er von Recht und Gerechtigkeit spricht.
Amos lebte in einer Zeit, in der viele Menschen zwar Gottesdienste feierten, gleichzeitig aber Arme unterdrückt und Schwache benachteiligt wurden. Gott macht durch den Propheten deutlich: Glaube zeigt sich nicht nur in Gebeten und Liedern, sondern vor allem darin, wie wir miteinander umgehen.
Auch heute fordert mich dieses Wort heraus. Wo begegne ich Ungerechtigkeiten? Wo kann ich zuhören, helfen oder für einen Menschen eintreten, der keine Stimme hat? Oft sind es die kleinen Gesten – ein offenes Ohr, ein ehrliches Wort, eine helfende Hand –, durch die Gottes Gerechtigkeit sichtbar wird.
Bitten wir Gott, dass er unsere Herzen offen macht für die Menschen um uns herum. Möge sein Recht wie frisches Wasser und seine Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach durch unser Leben fließen und auch andere ermutigen.
Sommerliche Grüße
Pfarrerin Ivonne Heinrich
