Aktion »5000 Brote« – Jugendliche backen für weltweite Bildungsprojekte

Aktion 5000 Brote unterstützt Bildungsprojekte weltweit

Darmstadt/Kassel, 28. September 2026 Die Aktion „5000 Brote“ der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) startete am Sonntag, 27. September, mit einem Festgottesdienst in Eppstein-Bremthal. Die Predigt hielt Ulrike Scherf, Stellvertretende Kirchenpräsidentin der EKHN.

Der neue Konfi-Jahrgang von Pfarrerin Ivonne Heinrich beschäftigte sich mit der Lebenswirklichkeit von jungen Menschen in anderen Regionen der Welt. Im Gottesdienst gestalteten die Konfis ein Anspiel, inspiriert von der Erzählung der „Speisung der 5000“ (Joh. 6,1-15) und erlebten selbst das Wunder des Teilens.

Nach dem Gottesdienst wurden die Brote verkauft. V.l.n.r.: Thea Olgemöller, Lotta Brackmann (Konfirmandinnen), Ulrike Scherf (Stellv. Kirchenpräsidentin), Ivonne Heinrich (Pfarrerin der Emmausgemeinde), Felix Schießer (Bäcker aus Wallau), Elisabeth Reitter und Kim Brabänder (Konfirmandinnen), Claus Becker (Vorstandsmitglied Bäckerinnungsverband Südwest)

Einander sehen – miteinander teilen

In Ihrer Predigt nahm die Stellvertretende Kirchenpräsidentin Ulrike Scherf Bezug auf die Geschichte aus dem Johannesevangelium: „Sie zeigt, wie Gottes Welt sein kann. Wo Menschen einander sehen, entsteht Gemeinschaft. Wo Menschen darauf vertrauen, dass das was sie mitbringen, etwas wert ist, kann Neues entstehen.“

„Ihr schaut hin,“ sagte Scherf an die Konfis gewandt. „Ihr lernt Jugendliche kennen, die ganz woanders auf dieser Welt leben und unterstützt sie. Daraus entsteht etwas, das größer ist als das, was jeder Einzelne allein hätte schaffen können.“ Scherf betonte, dass die Aktion „5000 Brote“ fragt, was Menschen in anderen Teilen der Welt entwickeln können, um das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. „Gott sagt: Ich sehe dich. Ich sehe, was in dir steckt. Und ich traue dir etwas zu,“ so die Stellvertretende Kirchenpräsidentin.

Teig kneten und Gutes tun

Für den guten Zweck backen Konfirmandinnen und Konfirmanden gemeinsam mit ihrer lokalen Bäckerei Brote. Die Spenden aus dem Engagement kommen in diesem Jahr Ausbildungsprojekten in Argentinien und Mosambik zugute.

„Die Aktion ist eine Erfolgsgeschichte, welche Handwerk und Kirche zusammenbringt und gleichzeitig jungen Menschen die Chance auf eine bessere Zukunft ermöglicht“, betonte Peter Grohme vom Forum Bildung und Gesellschaft der EKKW. Er berichtete, dass sich bisher etwa 68.800 Konfis mit rund 253.000 Broten an der Aktion „5000 Brote“ beteiligt haben. Über 1,3 Millionen Euro Spenden konnten damit in Bildungsprojekte fließen.

Pfarrerin Ivonne Heinrich und ihre Konfi-Jahrgänge backen seit Beginn der Aktion „5000 Brote“ regelmäßig. In diesem Jahr beteiligten sich die Konfirmandinnen und Konfirmanden der Ev. Emmausgemeinde Eppstein und der Ev. Kirchengemeinde Diedenbergen mit ca. 85 Broten. „Der Besuch der Backstube der Bäckerei Schießer in Hofheim-Wallau ist immer ein besonderes Erlebnis“, betonte Heinrich. „Hier kommen Natur und Technik zusammen und am Ende stehen wohlduftende Sauerteigbrote.“

Bei der Eröffnungsfeier wirkten weiterhin Oberkirchenrätin Christina Schnepel (Leiterin des Zentrum Oekumene der EKHN und EKKW), Landeskirchenrat Dr. Diethelm Meißner (Dezernent Diakonie und Ökumene der EKKW) und Antje Armstroff (Studienleiterin RPI der EKKW und EKHN) mit. Organist Thorsten Conrady begleitete den Gottesdienst musikalisch. Landesinnungsmeister Claus Becker, Vorstandsmitglied Bäckerinnungsverband Südwest, sprach ein Grußwort.

Übersicht Projekte

Argentinien: Freundschaft in der Backstube
Am Stadtrand von Buenos Aires haben Kinder und Jugendliche viele Herausforderungen und wenig Chancen. Die protestantische Stiftung „Zeit zu handeln“ betreibt hier fünf Jugendzentren – für viele Kinder ein zweites Zuhause. Hier können sie spielen, malen, musizieren, Sport machen und backen. Die Sozialpädagog*innen haben für alle ein offenes Ohr. In der Backstube entwickeln die Kinder Selbstvertrauen und Zuversicht. Jugendliche können an Ausbildungskursen teilnehmen und persönliche Berufsberatung nutzen. So gelingt es ihnen einen Job zu finden oder sich selbständig zu machen.

Mosambik: Ein Ofen für den Neustart
Über eine Millionen Menschen mussten aus Cabo Delgado – im Nordosten von Mosambik – vor brutaler Gewalt fliehen. Sie ließen alles zurück. Die Organisation CEDES unterstützt sie in der Provinz Nampula beim Neuanfang. Es wurden Häuser gebaut und Felder angelegt. Staatlich anerkannte Handwerksausbildungen und die Unterstützung beim Aufbau von Kleinunternehmen kommen Geflüchteten wie Ortsansässigen gleichermaßen zugute. So gelingen ein gutes Miteinander und voneinander lernen. 2.500 Menschen profitieren davon. Das Projekt schafft Vertrauen, neue Arbeitsplätze und langfristige Perspektiven. Tima Lopes verdient ihren Lebensunterhalt nun als Bäckerin.

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Möglichkeit zur »virtuellen Teilnahme« am Gottesdienst
Stefan Kaiser, Tobias Kaufmann und Dirk Roethele haben die Voraussetzungen für die sonntägliche Übertragung des Gottesdienstes geschaffen. Eine fest installierte Kamera überträgt das Geschehen in einem Bildausschnitt mit dem Altarraum und dem Pult. Das Ergebnis wird nicht überarbeitet, sondern im selben Moment über youtube zur Ansicht gebracht – „gestreamt“.
Wie kommt man dahin:
1. Youtube aufrufen (z.B. über die Suchmaschine).
2. Unter „Suchen“ die gleichbleibende Adresse BrEmmaus eingeben.
3. Zusehen.
4. Bei fortbestehendem Interesse: „Abonnieren“.
Hineinschauen in den Gottesdienstraum kann man vor und während des Gottesdienstes ab 10.00 Uhr. Leider spielt die Technik immer wieder einen Streich, so dass z.B. das Streaming plötzlich abbricht. Dann lohnt es sich, später nochmal einen Versuch zu starten. Bleiben Sie dran!