Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Neulich traf ich einen Menschen, der kündigte an, an Weihnachten endlich die Sachen erledigen zu wollen, zu denen er die ganze Zeit nicht gekommen war. Mein fragender Blick ließ ihn erklären. Da ist bei uns nichts los. Wir tauschen auch Geschenke, die Geschwister jedenfalls, aber das war’s. Es ist langweilig, meinte er, da steht alles still und es gibt nichts zu tun. Er selbst kommt aus einem Land, in dem eine andere Religion praktiziert wird, in der es Weihnachten nicht gibt, kaum die Äußerlichkeiten und gar nicht den Inhalt. Also richtet er sich ein, macht das, was offenbar alle tun. Und so feiert er ein Fest ohne Inhalt.

Ein Fest ohne Inhalt. Das lässt sich nicht wirklich feiern, lässt sich bestenfalls rumkriegen. Daran können auch die Dekoration, Essen und Trinken und nicht einmal der Brauch des Schenkens etwas ändern. Das alles läuft sich tot und wirkt dann hohl und leer. Das ist nicht wirklich ein Fest!

Was ist aber der Inhalt unseres Weihnachtsfestes? Drei Aspekte möchte ich nennen:

Zunächst, das erzählt die Weihnachtsgeschichte, wird ein Kind geboren. Das an sich ist schon Wunder und Anlass zu größter Freude! Das ist das erste und wichtigste Geschenk von Weihnachten, das sich weiter entfaltet in den bei-den folgenden Überlegungen.

Noch tiefer gehend nämlich stehen wir vor einem Wunder im Wunder: Gott kommt in die Welt. Der Größte macht sich klein, der Höchste wird niedrig. Er will das Leben, das wir kennen, leben mit allem, was dazugehört, um endlich den Tod zu überwinden. Das ist ein „Immanuel“ – ein „Gott mit uns“ – für jeden Tag unseres Lebens und für alle Ewigkeit!

Und schließlich enthält das alles eine Botschaft sowohl der Freude, dass himmlischen Chöre jauchzen und die Hirten auf dem Felde einstimmen, als auch der kritischen Ansage: Gott hat sich dafür entschieden, bei den Geringsten zu sein. Darunter sind die, die nichts mehr zu erwarten haben, die von allen – auch von uns – vergessen sind, die hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, wie Gott sie wirkt.

Um diesen Kern herum versammeln wir uns, feiern gemeinsam, in den Familien und allein Weihnachten. Ich wünschte mir, dass dieser Kern in uns anfangen möchte zu strahlen und zu leuchten, dass wir selbst wie der Stern von Bethlehem zu leuchten beginnen und den Weg der Freude und der großen Liebe Gottes weisen mögen. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist, als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.