Quasimodogeniti

Text: Jes 40,26-31

Thema: Die auf den Herren harren

Ev. Emmausgemeinde Eppstein

Pfarrer Moritz Mittag

Orgelvorspiel – Christ lag in Todesbanden

https://www.youtube.com/watch?v=rqwgeKOgezg

Begrüßung

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten. [1. Petr 1,3]

99              Christ ist erstanden

Christ ist erstanden / von der Marter alle. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Wär er nicht erstanden, / so wär die Welt vergangen. / Seit dass er erstanden ist, / so freut sich alles, was da ist. / Kyrieleis.

Halleluja, / Halleluja, / Halleluja. / Des solln wir alle froh sein; / Christ will unser Trost sein. / Kyrieleis.

Votum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 116 – EG 746

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der Herr tut dir Gutes. / Denn du hast meine Seele vom Tode errettet, mein Auge von den Tränen, meinen Fuß vom Gleiten. / Ich werde wandeln vor dem Herrn im Lande der Lebendigen. / Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut? / Ich will den Kelch des Heils nehmen und des Herrn Namen anrufen. / Dir will ich Dank opfern und des Herrn Namen anrufen. / Ich will meine Gelübde dem Herrn erfüllen vor all seinem Volk / in den Vorhöfen am Hause des Herrn, in dir, Jerusalem. Halleluja!

Kommt, lasst uns anbeten!

Gloria patri

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sündenbekenntnis

Ostern war gestern – und was ist mit unserem Glauben heute? Die Hoffnung zu Grabe getragen? Verzweiflung festgehalten? Zerstörung gelebt? Ostern war gestern – und was ist mit unserem neuen Leben heute? Herr, erbarme dich!

Kyrie

Herr, erbarme dich; Christe, erbarme dich; Herr, erbarm’ dich über uns!

Gnadenzuspruch

Gott gibt uns nicht auf. Barmherzig und gnädig ist Gott, geduldig und von großer Güte. [Ps 103,8]

Lobsinget dem Herrn, erhebet seinen Namen!

Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Fried’, den Menschen ein Wohlgefallen.

Salutatio

Der Herr sei mit euch! – Und mit deinem Geist.

Kollektengebet

Unsere Hoffnungen und Wünsche kommen und gehen. Manche verkümmern, andere müssen wir begraben. Guter Gott, halte uns die Hoffnung lebendig, dass nichts umsonst ist, nicht Leiden, nicht Zweifel, nicht Verzicht. Lebendiger Gott, gib uns Hoffnung, die trägt in dieser Zeit. Amen.

Evangelium – Joh 20,19-21.24-29

19 Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, da die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch! 20 Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.  […] 24 Thomas aber, einer der Zwölf, der Zwilling genannt wird, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. 25 Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und lege meinen Finger in die Nägelmale und lege meine Hand in seine Seite, kann ich’s nicht glauben. 26 Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen, und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch! 27 Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! 28 Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott! 29 Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, darum glaubst du? Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. – Halleluja

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde; und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten  und das ewige Leben.  Amen.

110,1-6      Die ganze Welt

1) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, / Halleluja, Halleluja, / in deiner Urständ fröhlich ist. / Halleluja, Halleluja.

2) Das himmlisch Heer im Himmel singt, / Halleluja, Halleluja, / die Christenheit auf Erden klingt. / Halleluja, Halleluja.

3) Jetzt grünet, was nur grünen kann, / Halleluja, Halleluja, /

die Bäum zu blühen fangen an. / Halleluja, Halleluja.

4) Es singen jetzt die Vögel all, / Halleluja, Halleluja, / jetzt singt und klingt die Nachtigall. / Halleluja, Halleluja.

5) Der Sonnenschein jetzt kommt herein, / Halleluja, Halleluja, / und gibt der Welt ein’ neuen Schein. / Halleluja, Halleluja.

6) Die ganze Welt, Herr Jesu Christ, / Halleluja, Halleluja, / in deiner Urständ fröhlich ist. / Halleluja, Halleluja.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Wir sind im Gerichtssaal. Es gibt einen Angeklagten, einen Kläger und einen Verteidiger. So ist das im Gericht. Und wer ist der Richter? Wenn ich recht sehe, sind wir das. Wir, die Zuhörer bzw. die Leser. Und wer sind die andern? Das werden wir gleich wissen, wenn wir in das Verfahren hinein gehört haben. Ja, hinein gehört, denn es werden hier insgesamt vier Anklagen verhandelt. Und wir kommen sozusagen zwischen dem dritten und vierten Verfahren dazu. Der zweite Jesaja ist unser Protokollant. Sein Protokoll erlaubt uns nun die Teilnahme an diesem vierten Verfahren. Im 40. Kapitel lesen wir:

(26) Hebet eure Augen in die Höhe und seht! Wer hat dies geschaffen? Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen; seine Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt. (27) Warum sprichst du denn, Jakob, und du, Israel, sagst: »Mein Weg ist dem HERRN verborgen, und mein Recht geht vor meinem Gott vorüber«? (28) Weißt du nicht? Hast du nicht gehört? Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich. (29) Er gibt dem Müden Kraft, und Stärke genug dem Unvermögenden. (30) Männer werden müde und matt, und Jünglinge straucheln und fallen; (31) aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.

Jetzt ist es klar, wer auf der Anklagebank sitzt. Es ist Gott. Die Anklage lautet auf „mangelndes Rechtsbewusstsein, Unachtsamkeit und Vergeßlichkeit“. Jakob und Israel vertreten die Anklage. Sie sind es leid, sie haben das Gefühl in Vergessenheit geraten zu sein. Das kann ja auch mal vorkommen, dass einer, der sich um die ganze Welt kümmern muss, so eine kleine Schar vergisst. Jakob und Israel, das sind die Israeliten im Exil, fernab der ersehnten Heimat. Sie sind dort schon zu lange. So lange, dass sie das Gefühl haben, Gott sieht nicht hin. Er nimmt das Leiden der Angefochtenen nicht wahr. Manche haben sich in der Nichtigkeit eingerichtet. Sie leben ohne Gott. Wenn man sie darauf anspricht, sagen sie: „Was soll ich mit einem Gott, der mein Elend nicht sieht?“ oder „Wozu brauchte ich Gott – ich kann für mich selber sorgen!“

Geht’s Ihnen auch so? Das Ganze erinnert mich an unsere momentane Situation. Sind wir nicht auch sozusagen im Exil – freilich eines mit Komfortzone, Couch, Medien, Kühlschrank etc.? Und haben wir nicht auch schon längst angefangen zu quengeln, als säßen wir als Kinder beim Familienausflug auf der Rückbank?

So oder so, Gott sitzt auf der Anklagebank. Sein Verteidiger ist der Prophet. Er beherrscht die Mittel der Disputation. Die braucht er auch, denn er will sein Gegenüber von seiner Meinung überzeugen und seine Einwände entkräften. Alle vier Verhandlungen beginnen mit rhetorischen Fragen.

Und immer geht es darum die Unfassbarkeit und Unvergleichlichkeit Gottes herauszustellen. Das wird in der ersten Runde deutlich gegenüber den Mächtigen der Völker – „Alle Völker sind vor ihm wie nichts“ [Jes 40,17a] Im zweiten Verfahren zeigt sich diese Überlegenheit gegenüber den Götzen, die die Menschen verehren: „Er thront über dem Kreis der Erde, und die darauf wohnen, sind wie Heuschrecken; er spannt den Himmel aus wie einen Schleier und breitet ihn aus wie ein Zelt, in dem man wohnt“ [Jes 40,22]. Auch die astralen Mächte, das zeigt sich beim dritten Gerichtstermin, stehen ihm gegenüber auf verlorenem Posten: „Er führt ihr Heer vollzählig heraus und ruft sie alle mit Namen (sie müssen gehorchen!); seine Macht und starke Kraft ist so groß, daß nicht eins von ihnen fehlt.“ [Jes 40,26]

Und jetzt im vierten Angang wagt er es und setzt alles auf eine Karte. Er verlässt die zuvor gewählte logische Argumentation. Er verzichtet auf die in den Argumenten liegende Kühle. Jetzt spricht er seine Zuhörer mit „Du“ an, erinnert sie an persönliche Erfahrungen und benutzt Bilder, die sie emotional berühren. Er hält ihnen eine Trostpredigt: Menschen werden müde – Gott nicht! Dass dem so ist, können diejenigen erfahren, die auf ihn harren. Er gibt ihnen die Kraft, die sie brauchen.

Dietrich Bonhoeffer hatte gesagt: „Ich glaube, dass Gott uns in jeder Notlage soviel Widerstandskraft geben will, wie wir brauchen. Aber er gibt sie nicht im Voraus, damit wir uns nicht auf uns selbst, sondern allein auf ihn verlassen. In solchem Glauben müsste alle Angst vor der Zukunft überwunden sein.“

Ist das unsere Erfahrung? „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.“ [Jes 40,31]

Es sieht so aus, als lebten die Menschen heute zwischen Skylla und Charybdis: Die einen glauben an die Machbarkeit aller Dinge – es ist diese Allmachbarkeit ein Blutsbruder der Allmacht bzw. der Allmachtsphantasie. Die andern sind von der Aussichtslosigkeit allen menschlichen Handelns überzeugt. Für sie hat nichts Sinn oder sie flüchten aus der Realität. Und die Menschen dazwischen? Solche, die eine Durststrecke ihres Lebens absolvieren, deren Partnerschaft beispielsweise gescheitert ist, die von einer chronischen Erkrankung geplagt werden, die ein Schicksalsschlag nach dem andern heimsucht, kaum dass sie ihren Kopf heben könnten, um aufzusehen. Oder auch wir in den Gefilden der Pandemie.

Was ist mit ihnen allen, die verstrickt und verwickelt sind in die mühevollen Geschichten des Lebens, die davon müde wurden und matt? Was ist mit den Ausgebrannten und Erschöpften? Ihnen helfen die zugespitzten Erwägungen wenig, für sie kommt es nicht an auf die Alternative Allmacht oder Ohnmacht. Für sie kommt es vielmehr darauf an, dass einer zu ihnen spricht, wie einst der Engel zu Elia: „Steh auf und iss!“ [1. Kön 19,5.7] Für sie kommt es darauf an, zu hoffen und zu harren. Und beides darf ausgeliehen werden von denen, die hoffen und harren können. Nicht immer will uns selbst das gelingen. Dann ist es gut, wenn wir eine Anleihe machen können, wenn wir es zugesagt bekommen und hören können: „Die auf den Herrn harren, kriegen neue Kraft.“

Eine der Geschichten, bei der wir eine Anleihe machen können, ist die von Ostern. Von Ostern her lautet die Konsequenz: Dem Leben dort, wo es sinnlos scheint, wieder eine Chance geben! Das ist Ostern. Nicht die Leugnung all dessen, was Menschen müde macht und matt. Dem Leben dort, wo es sinnlos scheint, wieder eine Chance geben. Entmutigten und Enttäuschten eine Zukunft offen halten. Ostern bezeugen. Das heißt auch mit Gottes Möglichkeiten rechnen, wo sie unser Denken und unsere eigenen Möglichkeiten übersteigen. Den Spielraum der Hoffnung wieder öffnen, damit Entscheidungen für das Leben fallen können.

Wie soll das geschehen? Zunächst einmal kommt es darauf an, dass wir erkennen, was uns die Ostergeschichten der Bibel bedeuten; dann aber auch die Ostergeschichten in unserem eigenen Leben wahrnehmen und uns etwas bedeuten lassen. Zu diesen Ostergeschichten zählen große und kleine Begebenheiten – solche jedenfalls, in denen Leben neu wird:

  • Ein Anruf, mit dem eine totgeglaubte Freundschaft wieder auflebt;
  • Ein unverhofftes freundliches Wort, das mich aus meiner Niedergeschlagenheit holt;
  • Ein neuer Morgen nach einer schweren Nacht;
  • Der Trost, den ein sterbenskranker Mensch uns spendet;
  • Das Leuchten in den Augen des Jugendlichen, der endlich einmal nach vielen vergeblichen Anläufen Anerkennung erfährt;
  • Vergebung und Versöhnung nach langem Streit;

Solche Geschichten, wenn wir sie denn wahrnehmen und sie uns etwas bedeuten lassen, geben uns Kraft als Osterzeugen aufzustehen und glaubwürdig andere zu ermuntern. Ich bin sicher, wir trauen uns dann den Hinweis, wie er am Anfang unseres heutigen Predigttextes steht, auf Gottes Kraft und Lebendigkeit: „Hebt eure Augen auf und seht!“ [Jes 40,26] – bleibt nicht bei eurer Niedergeschlagenheit, schaut nicht nur auf eure Schwachheit und bleibt nicht in eurer Ohnmacht gefangen. Schaut auf die Sterne, und schaut in ihnen ihren Schöpfer und seine Macht.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

380,1-7      Ja, ich will euch tragen

1) Ja, ich will euch tragen bis zum Alter hin. / Und ihr sollt einst sagen, dass ich gnädig bin.

2) Ihr sollt nicht ergrauen, ohne dass ich’s weiß, / müsst dem Vater trauen, Kinder sein als Greis.

3) Ist mein Wort gegeben, will ich es auch tun, / will euch milde heben: Ihr dürft stille ruhn.

4) Stets will ich euch tragen recht nach Retterart. / Wer sah mich versagen, wo gebetet ward?

5) Denkt der vorigen Zeiten, wie, der Väter Schar / voller Huld zu leiten, ich am Werke war.

6) Denkt der frühern Jahre, wie auf eurem Pfad / euch das Wunderbare immer noch genaht.

7) Lasst nun euer Fragen, Hilfe ist genug. / Ja, ich will euch tragen, wie ich immer trug.

Fürbittengebet

Am vergangenen Mittwoch haben wir von Tilo Schulschenk Abschied genommen. Er war am 7. März 1935 in Pfitzdorf an der Saale zur Welt gekommen und ist am 27. März 2020 in Bad Soden verstorben. Wir beten für unseren Verstorbenen, dass er Wohnung gefunden hat bei dir, Herr, und dass du ihm mit Liebe und Barmherzigkeit begegnen mögest. Wir beten für die Familie, in deren Mitte er jetzt fehlt, dass sie Trost finden möge und Stärke aus den Erinnerungen und dem Glauben.

Und jetzt lass dir erzählen, Gott, wie es uns geht. In diesen Tagen. Wo alles so anders ist. So durcheinander. Wo die Sonne lacht und wir die Freude vergessen. Wo die Natur neues Leben hervorbringt und wir in Ängsten sind. – Tröste uns, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht. Den Alten in den Pflegeheimen, die wir nicht mehr besuchen dürfen wie sonst. Und den Kranken, die meist ohne ihre Lieben in den Krankenhäusern sind. Allen Menschen, die in ihren Wohnungen bleiben müssen und die Einsamkeit fürchten. – Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht. Den Kindern, die die Sorge der Erwachsenen spüren. Den Jugendlichen, für die Ruhe halten so schwer ist. Den Eltern, die jetzt so viele Lösungen finden müssen. Allen Menschen, die um ihre Existenz fürchten. – Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Lass dir erzählen, Gott, wie es deinen Menschen geht. Den Menschen, die sowieso schon am Ende ihrer Kräfte sind. In den Flüchtlingslagern in Griechenland und anderswo. In den griechisch-türkischen Grenzgebieten. Und lass dir erzählen von den vielen Menschen, dort und hier, die helfen und nicht müde werden. – Tröste sie, wie eine Mutter tröstet.

Gott, schütte sanft deinen Trost über uns aus. Der uns umhüllt. Und Segen dazu. Der uns immun macht gegen die Panik. Sage zu unserem ängstlichen Herzen: „Beruhige dich.“ Sprich zu unserer verzagten Seele: „Ja, die Gefahr ist da. Aber ich bin bei dir.“

Und noch dazu und allem zum Trotz: Gib uns die Freude wieder. An der Sonne. An der aufbrechenden Natur. An den Menschen, die wir lieben. An dir, du Gott des Lebens.

Damit wir mutig durch diese Zeit gehen.

Stilles Gebet

Vater unser im Himmel. Geheiligte werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

107,1-3      Wir danken dir, Herr Jesu Christ

1) Wir danken dir, Herr Jesu Christ, / dass du für uns gestorben bist / und hast uns durch dein teures Blut / gemacht vor Gott gerecht und gut

2) und bitten dich, wahr Mensch und Gott: / Durch deine Wunden, Schmach und Spott / erlös uns von dem ewgen Tod / und tröst uns in der letzten Not.

3) Behüt uns auch vor Sünd und Schand / und reich uns dein allmächtig‘ Hand, / dass wir im Kreuz geduldig sein, /

uns trösten deiner schweren Pein

4) und schöpfen draus die Zuversicht, / dass du uns wirst verlassen nicht, / sondern ganz treulich bei uns stehn, / dass wir durchs Kreuz ins Leben gehn.

Mitteilungen

Am kommenden Sonntag wollten wir eigentlich Konfirma-tion feiern. Wir haben nun den 2. und 3. Oktober für die Feier ins Auge gefasst und hoffen, dass es dabei bleiben kann.

Wenn Sie unsere Arbeit auch in diesen Tagen unterstützen mögen, freuen wir uns über eine Spende für die Bedürftigen in der Gemeinde.

Unsere Bankverbindung:

IBAN DE03 5019 0000 4101 9263 76 – BIC FFVBDEFFXXX

Können Sie sich das vorstellen? Seit Wochen kein Besuch, kein Verlassen des Hauses auch nicht zum Einkaufen, kein Spaziergang, nichts außer der täglichen Routine eines Pflegeheimes. So geht’s den Bewohnern auch in der Eppsteiner Seniorenresidenz.

Und können Sie sich vorstellen, einem/einer Unbekannten dort eine Freude zu machen, indem Sie eine Karte, einen Brief, ein Bild dorthin senden: „An einen/eine BewohnerIn der Eppsteiner Seniorenresidenz – Langenhainer Straße 9 – 65817 Eppstein?

Die Jugendvertretung der Ev. Emmausgemeinde ruft dazu auf. Machen Sie mit?!

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

Amen, amen, amen.

Orgelnachspiel