Text: Lk 24

Thema: Die Emmausjünger

Ev. Emmausgemeinde Eppstein

Pfarrer Moritz Mittag

Vorspiel

Orgelimprovisation „Christ ist erstanden“ – Jens Heitmann an der Orgel der Klosterkirche Hamersleben

Begrüßung

Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle. [Offb 1,18]

Christ ist erstanden – Lübeck, St. Jakobi – František Beer, Orgel

99              Christ ist erstanden

Votum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm  30– EG 715

Ich preise dich, Herr; denn du hast mich aus der Tiefe gezogen. / Herr, mein Gott, als ich schrie zu dir, da machtest du mich gesund. / Lobsinget dem Herrn, ihr seine Heiligen, und preiset seinen heiligen Namen! / Denn sein Zorn währet einen Augenblick und lebenslang seine Gnade. / Den Abend lang währet das Weinen, aber des Morgens ist Freude. / Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, / du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet, / dass ich dir lobsinge und nicht stille werde. / Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit.

Kommt, lasst uns anbeten!

Gloria patri

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sündenbekenntnis

Du bist für uns gestorben, Jesus Christus, und uns lässt das kalt. Du bist auferstanden, Jesus Christus, und wir gehen zur Tagesordnung über. Du bist bei uns alle Tage, Jesus Christus, und wir bemerken es nicht.

Herr, erbarme dich!

Kyrie

Herr, erbarme dich; Christe, erbarme dich; Herr, erbarm’ dich über uns!

Gnadenzuspruch

Der Gott aller Gnade wird euch aufrichten, stärken, kräftigen und auf einen festen Grund stellen. [1. Petr. 5,10]

Lobsinget dem Herrn, erhebet seinen Namen!

Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Fried’, den Menschen ein Wohlgefallen.

Salutatio

Der Herr sei mit euch! – Und mit deinem Geist.

Kollektengebet

Gott, deine Liebe hat den Tod besiegt. Du rufst uns in ein neues Leben. Wir werden froh, Weil du uns begegnest auf allen Wegen, die wir gehen. Amen.

Evangelium – Lk 24,13 – 35

13 Und siehe, zwei von ihnen gingen an demselben Tage in ein Dorf, das war von Jerusalem etwa zwei Wegstunden entfernt; dessen Name ist Emmaus. 14 Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten. 15 Und es geschah, als sie so redeten und sich miteinander besprachen, da nahte sich Jesus selbst und ging mit ihnen. 16 Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten. 17 Er sprach aber zu ihnen: Was sind das für Dinge, die ihr miteinander verhandelt unterwegs? Da blieben sie traurig stehen. 18 Und der eine, mit Namen Kleopas, antwortete und sprach zu ihm: Bist du der Einzige unter den Fremden in Jerusalem, der nicht weiß, was in diesen Tagen dort geschehen ist? 19 Und er sprach zu ihnen: Was denn? Sie aber sprachen zu ihm: Das mit Jesus von Nazareth, der ein Prophet war, mächtig in Taten und Worten vor Gott und allem Volk; 20 wie ihn unsre Hohenpriester und Oberen zur Todesstrafe überantwortet und gekreuzigt haben. 21 Wir aber hofften, er sei es, der Israel erlösen werde. Und über das alles ist heute der dritte Tag, dass dies geschehen ist. 22 Auch haben uns erschreckt einige Frauen aus unserer Mitte, die sind früh bei dem Grab gewesen, 23 haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, die sagen, er lebe. 24 Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden’s so, wie die Frauen sagten; aber ihn sahen sie nicht. 25 Und er sprach zu ihnen: O ihr Toren, zu trägen Herzens, all dem zu glauben, was die Propheten geredet haben! 26 Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen? 27 Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war. 28 Und sie kamen nahe an das Dorf, wo sie hingingen. Und er stellte sich, als wollte er weitergehen. 29 Und sie nötigten ihn und sprachen: Bleibe bei uns; denn es will Abend werden und der Tag hat sich geneigt. Und er ging hinein, bei ihnen zu bleiben. 30 Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen. 31 Da wurden ihre Augen geöffnet und sie erkannten ihn. Und er verschwand vor ihnen. 32 Und sie sprachen untereinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Wege und uns die Schrift öffnete? 33 Und sie standen auf zu derselben Stunde, kehrten zurück nach Jerusalem und fanden die Elf versammelt und die bei ihnen waren; 34 die sprachen: Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen. 35 Und sie erzählten ihnen, was auf dem Wege geschehen war und wie er von ihnen erkannt wurde, als er das Brot brach.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. – Halleluja

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde; und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. Empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes. Am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters. Von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten  und das ewige Leben.

Ludwig Martin Jetschke an der Orgel der Kath. Kirche St. Fridolin in Bettmaringen (Schwarzwald)

Bleib bei uns, Herr

1. Bleib bei uns, Herr, die Sonne gehet nieder / in dieser Nacht sei du uns Trost und Licht. / Bleib bei uns, Herr, du Hoffnung, Weg und Leben, / lass du uns nicht allein, Herr Jesu Christ.

2. Bleib bei uns, Herr, der Abend kehret wieder, / ein Tag voll Müh‘ und Plag hat sich geneigt. / Bleib bei uns, Herr, die Nacht senkt sich hernieder. / Lass leuchten über uns dein Angesicht.

3. Bleib bei uns, Herr, im Dunkel unsrer Sorgen. / Du bist das Licht, das niemals mehr erlischt. / Bleib bei uns, Herr, bei dir sind wir geborgen. / Führ uns durchs Dunkel, bis der Tag anbricht.

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zu zweit mit gebührendem Abstand können heute auch Leute, die nicht in einem Haushalt zusammenleben, spazierengehen. Das wird gut tun nach den Tagen des Rückzugs. Die hinterlassen in uns ein Gefühl des Mangels. Es fehlt uns die Nähe zum anderen. Alle praktikablen Hilfs- und Ersatzmittel in Kontakt zu bleiben helfen dem Mangel nicht ab. Nun gehen wieder zwei Spazieren. Bei ihnen geht es darum, Abstand zu gewinnen. In ihrem Kopf pochen die Ereignisse der letzten Tage. Der wunderbare Abend, an dem sie zusammen das Mahl gehalten hatten. Jesu Verhaftung und dann der Weg ans Kreuz.

Jetzt ist das letzte Kapitel geschlossen. Die Geschichte ist vorbei. Sie haben drei Kreuze gemacht, und an dem in der Mitte ist ihre Hoffnung gestorben. Wer je mehr erwartet hatte, duckt sich jetzt. Was soll jetzt noch kommen? Im Kreuz treffen sich persönliche und gemeinsame Enttäuschung. Es spricht alles dafür, dass diese Geschichte vom Erlöser durch seinen Tod widerlegt ist. Schließen wir also endlich das Buch mit diesem letzten Kapitel.

Soweit sind die Zwei noch nicht, die am dritten Tag nach Jesu Kreuzigung die Stadt verlassen wollen und damit den Ort zerstörter Hoffnung. In ihnen klingt die besagte Geschichte nach. „Weißt du noch, wie er damals…“, „und dann kam…“, „stimmt, aber vergiss nicht…“. Ob sie’s da schon empfinden. Es tut so gut, sich zu erinnern. Und so kreisen ihre Gedanken in den Erinnerungen. „Und sie redeten miteinander von allen diesen Geschichten“ [Lk 24,14]. Unter der Hand werden sie dabei freilich gleichsam Gefangene der Vergangenheit und des eben erlebten Endes ihrer Geschichte. Das limitiert ihre Erzählung.

Was soll man jetzt noch sagen? Darüber hinaus? Von welcher Zukunft sollen wir sprechen?

Wir wenden für eine kleine Weile den Blick von den beiden zu uns und fragen: Wie sind wir als Gemeinden und als Kirche in der Zeit unterwegs? Wovon sprechen wir? Wovon erzählen wir? Und was wissen wir von der Zukunft? Welche Hoffnung trägt uns? Das sind gerade jetzt in der erstaunlichen Erfahrung plötzlicher und anhaltender Ungewissheiten spannende Fragen.

Oft wirken wir wie Nachlassverwalter – ordentlich, ja, ordentlich, das sollen und das können wir! Aber auch reichlich uninspiriert. Eingerichtet in Planbarkeit und Absehbarkeit. Da wenigstens sind wir sicher. Da kennen wir uns aus. Darüber scheint die große Erzählung der Christen von Tod und Leben, von Verstrickung und Erlösung zu verblassen. Vielen unserer Zeitgenossen, vermag sie nichts zu sagen. Angestrengt spitzen sie die Ohren, um andere Erzählungen aufzuschnappen oder zu verfolgen – von Schönheit und Erfolg, von Sicherheit und unbegrenzten Möglichkeiten oder auch solche von exotischer Fremdheit – scheinbar noch nicht verbraucht oder gar missbraucht in jahrhundertelanger Anwendung.

Und selbst in den sogenannten gut informierten Kreisen der kirchlichen bzw. gemeindlichen Binnenkultur droht die Eindringlichkeit jener großen Erzählung der Christen zu verblassen.

Wer will davon noch wachgerüttelt, wer will durch sie noch erschüttert, wer dadurch bewegt oder gar verändert werden? Die große Erzählung, das Evangelium, wird gebraucht, uns selbst zu bestätigen: Ja, du bist in Ordnung. Ja, ihr seid richtig. Tausendmal berührt, nichts passiert. Tausendmal gehört, nie verstört.

Aber auch die beiden wären keinen Meter weitergekommen, wenn sie nicht in Bewegung gekommen und Schritt vor Schritt gesetzt hätten. Das ist neben der erzählten Würdigung der Kommunikation durch die Emmausgeschichte, sie wimmelt von Verben der Kommunikation (reden, erzählen, besprechen, verhandeln, auslegen), ein zweites Grundmotiv. Bewegung, gehen, Schritte tun.

In der Emmausgeschichte finden beide zusammen: reden und gehen im Prozess der Trauer. Vor Jahren hat uns das als Gemeinde angeregt, Menschen, die durch die Widerfahrnisse ihres Lebens gesondert, aus der Teilhabe an der Gemeinschaft gedrängt wurden, in eine Gruppe einzuladen, die den Namen „Schritte im Leben“ trägt.

Die beiden Jünger gehen und das nicht im Kreis, sondern auf ein Ziel hin. Das – Emmaus – bleibt in der Geschichte ausgesprochen vage. 30 km südöstlich von Jerusalem gelegen, da, wo das judäische Bergland sich schon sanft zur Ebene am Mittelmeer abflacht. Wir waren im vergangenen Herbst dort und haben den Ort besucht, nach dem wir unsere Gemeinde benannt haben. Wobei – es ist nicht der ort selbst, der uns dazu angeregt hatte, es ist die Geschichte, die Lukas im 24. Kapitel erzählt.

Zu ihr gehört der Weg nach Emmaus. Und der steht für jeden Aufbruch aus der Gefangenschaft in der Vergangenheit und aus der Ängstlichkeit, die fortwährend der Selbstbestätigung bedarf. Und das passiert, ja es ereignet sich, als und weil ein Dritter zu den Zweien hinzustößt. „Aber ihre Augen wurden gehalten, dass sie ihn nicht erkannten“ [Lk 24,16]. Wozu soll das gut sein? Wäre es nicht besser, die beiden wüssten, mit wem sie’s zu tun haben?

Offenbar bedarf es, um zu verstehen, der Erfahrung und eines Erfahrung vermittelnden Prozesses. Zunächst ist der dritte Mann ein Zuhörer. Das ist viel für den Moment. Das schafft Raum zu sprechen, zu erzählen, sich von der Seele zu reden, was diese verdunkelt.

Aber auch, was sie nicht verstehen, können sie jetzt an den Mann bringen. In aller Unbeholfenheit und durchwirkt vom Zweifel erzählen sie vom Osterereignis. Von Frauen, „die …früh bei dem Grab gewesen [sind]“ und „eine Erscheinung von Engeln gesehen“ haben, „die sagen, er lebe“ [Lk 24,23]. Was soll man von so einer Geschichte halten? Die Frage schwingt schon in ihrer Erzählung mit. Die Antwort muss offen bleiben, selbst wenn man weiß, was sie jetzt noch hinzufügen: „Und einige von uns gingen hin zum Grab und fanden’s so, wie die Frauen sagten“ [Lk 24,24]. Aber was ist damit eigentlich gesagt und festgestellt? Erst recht, wenn man die nun folgende Einschränkung hört: „Aber ihn sahen sie nicht“ [Lk 24,24].

Das ist das Problem. Den Thomas-Luxus können wir für uns nicht in Anspruch nehmen und eben mal den Auferstandenen anfassen und zwecks Identifikation seine Wundmale berühren. Wir sind auf’s Hörensagen angewiesen. Aber das allein reicht nicht, nicht nur den beiden Emmausjüngern ist das zu wenig.

Damit aus der Erzählung der Emmausjünger eine Geschichte wird, die über einen immer wiederkehrenden Rückblick hinausgeht, muss mit ihnen etwas geschehen. Und ähnliches gilt für uns. Wenn wir über ein reines Nacherzählen hinauskommen wollen, brauchen wir eigene Erfahrungen. Die müssten unser Verständnis aufschließen und unseren Erzählstrang weiterführen helfen und zugleich mit all dem verbinden, was ihm vorausgegangen ist und ihn ermöglicht hat. Wie das geht? Die beiden Emmausjünger machen jetzt die Erfahrung und es ist kein Geringerer als Jesus selbst, der sie ihnen vermittelt. „Und er fing an bei Mose und allen Propheten und legte ihnen aus, was in der ganzen Schrift von ihm gesagt war“ [Lk 24,27].

Auf diese Weise erschließt er ihnen den Sinn und das Ziel

des Geschehens, das ihnen Rätsel aufgegeben hatte: „Musste nicht Christus dies erleiden und in seine Herrlichkeit eingehen?“ [Lk 24, 26]

Was heißt das für uns? Wir nehmen den Verweis auf die Schriften ernst. In ihnen offenbart sich Gottes Wille und Wirken in Zeit und Geschichte. Der Schrift (= Bibel) kommt die erklärende und lehrende Autorität zu, die vorreformatorisch bei Kirche und Tradition angesiedelt war. Unsere Begegnung mit den Schriften reflektiert zugleich unsere eigenen Erfahrungen, verschafft uns neue, weitere Zugänge, sie und uns zu verstehen.

Über diesem Gespräch der drei Wanderer wird es Abend. „Bleibe bei uns; denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt“ [Lk 24,29]. Man kehrt ein, sitzt zu Tisch, will miteinander essen. „Und es geschah, als er mit ihnen zu Tisch saß, nahm er das Brot, dankte, brach’s und gab’s ihnen“ [Lk 24,30].

Jetzt fällt es den beiden Jüngern wie Schuppen von den Augen. Sie verstehen, was er erzählt hat und auch wer er ist. So schenkt er sich gleichsam dreimal: Erstens, indem er sich hingibt, das Kreuz auf sich nimmt und den elenden Tod stirbt. Zweitens, indem er das Abendmahl einsetzt als Handlung und Erlebnis der Erinnerung und der Vergegenwärtigung. Drittens, indem er diese Tischgemeinschaft mit den beiden eingeht. Darum fehlt uns diese Gemeinschaft an diesem Osterfest ganz besonders. Es ist für uns keine Äußerlichkeit, nichts Nebensächliches. Es ist Ausdruck und inneres Erlebnis der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen. Da sind wir Emmausjünger und -jüngerinnen.

Niemand kann sich das verdienen. Weil Gott es so will, begegnet auch uns der Auferstandene – mitten im Leben, vielleicht auch zunächst unerkannt.

„Da wurden ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn“ [Lk 24,31]. Ja, dieses Emmaus-Erlebnis führt zu Erkenntnis, will sagen, hier handelt es sich nicht nur um ein emotionales Erlebnis, sondern auch die Vernunft ist beteiligt. Sie formt aus dem innersten Erlebnis, bei dem das Herz brennt [vgl . Lk 24,32], die erzählte und weiterzuerzählende Geschichte. Darum kehren sie um und können nun anderen das bezeugen, was auch den Jüngern in Jerusalem zur Gewissheit ihres Glaubens geworden ist: „Der Herr ist wahrhaftig auferstanden“ [Lk 24,34].

Nun sind wir unterwegs. Immer wieder brechen wir auf nach Emmaus, verunsichert, enttäuscht, ratlos. Angst plagt uns, wo Krankheit, zerbrochene Gewissheiten, die Sorge um die Zukunft, sich unserer bemächtigen. Wie wird das sein, wenn der Mehltau der Epidemie uns wieder verlassen haben wird? Wie werden wir dann zusammenkommen und die Gemeinschaft pflegen? Nah oder distanziert? Mittelbar oder unmittelbar? Aber auch im ansonsten alltäglichen Lebend der Gemeinde erleben wir die Anfechtungen durch Versagen, Scheitern, Leid und Tod. Es ist so: Alte Aufgaben und neue Herausforderungen nehmen uns in Anspruch. In Gruppen, Kreisen und Projekten sind wir unterwegs – manchmal gleichzeitig, manchmal ohne voneinander zu wissen. All das zeichnet seine Spuren in den Weg unserer Gemeinde, auf dem freilich auch immer wieder ganz österlich die Sonne aufgeht und uns feiern und fröhlich sein lässt, „behütet und getröstet wunderbar“ [Dietrich Bonhoeffer]. Ostern macht uns Hoffnung, dass das Leben siegt. Es macht uns Mut in die Zukunft aufzubrechen. Es gibt uns Kraft, das durchzuhalten und auszuhalten, was uns heute aufgegeben ist.

Vielleicht gehen wir ja heute auch nach Emmaus? Zu zweit und in gebührendem Abstand. Möge auch uns das Herz brennen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Gelobt sei Gott im höchsten Thron · Christiane Adt · Jooß-Kesselmeyer · Rainer Feuerbacher · Jürgen Groth · Solistenensembles unter der Leitung von Gerhard Schnitter

103,1-4      Gelobt sei Gott im höchsten Thron

1) Gelobt sei Gott im höchsten Thron / samt Seinem eingebornen Sohn, / der für uns hat genug getan. / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

2) Des Morgens früh am dritten Tag, / da noch der Stein am Grabe lag, / erstand er frei ohn alle Klag. / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

3) Der Engel sprach: „Nun fürcht‘ euch nicht; / denn ich weiß wohl, was euch gebricht. / Ihr sucht Jesus, den find’t ihr nicht.“ / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

4) „Er ist erstanden von dem Tod, / hat überwunden alle Not; / kommt, seht, wo Er gelegen hat.“ / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

5) Nun bitten wir Dich, Jesu Christ, / weil Du vom Tod erstanden bist, / verleihe, was uns selig ist. / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

6) O mache unser Herz bereit, / damit von Sünden wir befreit / Dir mögen singen allezeit: / Halleluja, Halleluja, Halleluja.

Fürbittengebet

Du hast den Tod überwunden, Herr. Darauf sehen wir, manchmal zweifelnd, manchmal hoffend, manchmal im Innersten gewiss. Hilf uns zu verstehen, was das für uns bedeutet, jeden Tag, in jedem Moment, bei jeder Begegnung, in jedem Streit, bei jedem Abschied.

Du hast den Tod überwunden, Gott. Deiner Macht vertrauen wir all die an, denen wir nicht helfen können. Es sind viele, um deren Elend wir wissen. Aber wir begegnen dem mit Ohnmacht und Hilflosigkeit. Hilf uns vertrauen, dass Du da bist und an ihrer Seite.

Du hast den Tod überwunden, Herr. Nicht einmal, sondern immer wieder. Darauf sehen wir und staunen, wie schlicht und klar Du gehandelt hast. Hilf uns, uns nicht in endlosen Erwägungen zu verlieren, sondern in der Nachfolge das zu tun, was wir tun können.

Du hast den Tod überwunden, Gott. Wir beten für alle, die sich Tag für Tag für das Leben anderer einsetzen und dabei oft genug ihr eigenes Leben aufs Spiel setzen. Lass sie Deine Nähe spüren und Deine Kraft. Steh ihnen bei.

Stilles Gebet

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib und heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Giovanni Gabrieli:  Jubilate Deo – Ensemble: VOCES8, London.

181,7         Jubilate Deo

1      2              3          4       5       6

Jubi-late Deo, jubilate Deo, Hallelu-ja.

Mitteilungen

Freude teilen tut gut. Wir könnten beispielsweise an Obdachlose in Frankfurt denken.

Unter dem Motto „Ich wär gern einer von uns“ bittet das Diakonische Werk für Frankfurt am Main um Spenden für obdachlose Menschen in Not. Obdachlose Menschen wissen, wie groß die Kluft ist zwischen draußen sein oder dazugehören. Gesellschaftliche Teilhabe findet für sie nicht statt. Ihre existenzielle Not ist eng mit der seelischen Not verbunden. Einsamkeit und Perspektivlosigkeit prägen ihr Leben. Seit Jahren steigt die Zahl der Obdachlosen kontinuierlich an. Zusehends sind mehr Frauen und junge Menschen betroffen. Das Weser 5 Diakoniezentrum hilft, wenn die Not groß ist, es bietet in Akutsituationen Schlafplätze, Gespräche, damit Vertrauen wächst und weitere Hilfe angenommen wird. Die Straßensozialarbeit sucht Menschen auf der Straße auf. Der Tagestreff von Weser 5 bietet bis zu 220 Besucherinnen und Besuchern täglich Schutz vor Kälte. Hier finden die Menschen einen Ruhe- und Begegnungsraum, der auch der Einsamkeit entgegenwirkt. Das Übergangswohnen auf Zeit begleitet Menschen, damit neuer Lebensmut und neue Perspektiven entstehen.

Um Spenden zugunsten der Obdachlosenhilfe wird gebeten an das Diakonische Werk Frankfurt, Evangelische Bank eG, Konto 104000200, BLZ: 52060410, IBAN: DE11520604100104000200, BIC: GENODEF1EK1, Verwendungszweck: „Weser 5 Diakoniezentrum“.

Online-Spenden sind möglich unter www.diakonie-frankfurt.de

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen. 

Amen, amen, amen.

Schlussmusik

Joseph Rheinberger: Bleib bei uns, denn es will Abend werden – The Cambridge Singers, Ltg. John Rutter