Palmsonntag

Text: Mk 14,3-9 – Thema: Zuviel des Guten? – Ev. Emmausgemeinde Eppstein -Pfarrer Moritz Mittag

Orgelvorspiel

Choralvorspiel: Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen – BWV 1093 · Helga Schauerte, Arnstadt

Begrüßung

Der Menschensohn muss erhöht werden, auf dass alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben. | Joh 3,14b.15

Es gibt Momente, in denen ist nichts, wie es scheint. Ein fröhliches Gesicht versteckt tiefe Trauer, wer Härte zeigt, kann auch barmherzig sein und hinter einer scheinbar so düsteren Zukunft verbirgt sich eine neue Chance.

Grenzmomente sind das, unsicher und vage. Erst im Nachhinein deute ich die Zeichen richtig. Der Palmsonntag führt in eine solche Grenzzeit hinein: Die Hände, die eben noch Palmzweige schwingen, sind schon zu Fäusten geballt. Das „Hosianna“ wird zum gellenden „Kreuzige“-Ruf, fröhliche Gesichter erstarren zu Fratzen. Und doch ist es Jesu Tod am Kreuz, der den Menschen Leben bringt. Sein Weg ins Dunkel war ein Weg ins Licht, heute bekennen wir das. Im Geschlagenen, im Verachteten war Gott ganz nah. Nur wenige erkannten das – wie die Frau, die den Todgeweihten wie einen König salbte.

EG 155 Herr Jesu Christ, dich zu uns wend

1) Herr Jesu Christ, dich zu uns wend, / dein Heilgen Geist du zu uns send, / mit Hilf und Gnad er uns regier / und uns den Weg zur Wahrheit führ.

2) Tu auf den Mund zum Lobe dein, / bereit das Herz zur Andacht fein, / den Glauben mehr, stärk den Verstand, / dass uns dein Nam werd wohlbekannt,

3) bis wir singen mit Gottes Heer: / Heilig, heilig ist Gott der Herr! / Und schauen dich von Angesicht / in ewger Freud und selgem Licht.

4) Ehr sei dem Vater und dem Sohn, / dem Heilgen Geist in einem Thron; / der Heiligen Dreieinigkeit / sei Lob und Preis in Ewigkeit.

Votum

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Psalm 69 – EG 731

alle:

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich; / wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit.

im Wechsel:

Gott, hilf mir! / Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle. / Ich versinke in tiefem Schlamm, / wo kein Grund ist; ich bin in tiefe Wasser geraten, / und die Flut will mich ersäufen. / Ich habe mich müde geschrien, / mein Hals ist heiser. / Meine Augen sind trübe geworden, / weil ich so lange harren muss auf meinen Gott. /   Die mich ohne Grund hassen, / sind mehr, als ich Haare auf dem Haupte habe. / Die mir zu Unrecht feind sind und mich verderben wollen, / sind mächtig. / Ich soll zurückgeben, was ich nicht geraubt habe. / Gott, du kennst meine Torheit, / und meine Schuld ist dir nicht verborgen. / Lass an mir nicht zuschanden werden, / die deiner harren, Herr, Herr Zebaoth! / Lass an mir nicht schamrot werden, / / Die dich suchen, Gott Israels! / Denn um deinetwillen trage ich Schmach, / mein Angesicht ist voller Schande. / Ich bin fremd geworden meinen Brüdern / und unbekannt den Kindern meiner Mutter; / denn der Eifer um dein Haus hat mich gefressen, / und die Schmähungen derer, die dich schmähen, / sind auf mich gefallen. / Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade; / Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner / treuen Hilfe. / Errette mich aus dem Schlamm, / dass ich nicht versinke, / dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen, / und aus den tiefen Wassern; / dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge / und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

alle:

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich; / wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit.

Kommt, lasst uns anbeten!

Gloria patri

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie es war im Anfang, jetzt und immerdar und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Sündenbekenntnis

Gott, du hast uns deinen Sohn gegeben. Arm und machtlos kommt er, Ohne äußeren Glanz und Gewalt. Doch wir trauen seiner Macht nichts zu. Sein Handeln halten wir nicht aus. Unseren schwachen Glauben bekennen wir dir, Gott.

Herr, erbarme dich!

Kyrie

Herr, erbarme dich; Christe, erbarme dich; Herr, erbarm’ dich über uns!

Gnadenzuspruch

Jesus Christus spricht: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen. Mt 5,5

Lobsinget dem Herrn, erhebet seinen Namen!

Gloria

Ehre sei Gott in der Höhe, und auf Erden Fried’, den Menschen ein Wohlgefallen.

Salutatio

Der Herr sei mit euch! – Und mit deinem Geist.

Kollektengebet

Gott, du kennst die Menschen: erst Loblieder auf den Lippen und dann Hohn und Spott – erst begeisterte Zustimmung im Herzen und dann Hass und Ablehnung. Wie gleichgültig und distanziert verhalten wir uns. Oft gleichen wir einer Fahne im Wind. Gib und Entschiedenheit und Zivilcourage. Nimm von uns die Angst vor anderen. Lass uns mit Jesus Christus gehen und das Leben lieben wie er. Amen.

Evangelium Joh 12,12-19

(12) Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem käme, (13) nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und riefen: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn, der König von Israel! (14) Jesus aber fand einen jungen Esel und ritt darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9): (15) »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.« (16) Das verstanden seine Jünger zuerst nicht; doch als Jesus verherrlicht war, da dachten sie daran, dass dies von ihm geschrieben stand und man so mit ihm getan hatte. (17) Das Volk aber, das bei ihm war, als er Lazarus aus dem Grabe rief und von den Toten auferweckte, rühmte die Tat. (18) Darum ging ihm auch die Menge entgegen, weil sie hörte, er habe dieses Zeichen getan. (19) Die Pharisäer aber sprachen untereinander: Ihr seht, dass ihr nichts ausrichtet; siehe, alle Welt läuft ihm nach.

Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege. – Amen.

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, / den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels / und der Erde; / und an Jesus Christus, / seinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn. / Empfangen durch den Heiligen Geist, / geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, / gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes. / Am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; / er sitzt zur Rechten Gottes, / des allmächtigen Vaters. / Von dort wird er kommen, / zu richten die Lebenden und die Toten. / Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige christliche Kirche, / Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben.

EG 81,1.3.4.7.8 Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen? – Chrismon edition

1) Herzliebster Jesu, was hast du verbrochen, / dass man ein solch scharf Urteil hat gesprochen? / Was ist die Schuld, in was für Missetaten / bist du geraten?

3) Was ist doch wohl die Ursach solcher Plagen? / Ach, meine Sünden haben dich geschlagen; / ich, mein Herr Jesu, habe dies verschuldet, / was du erduldet.

4) Wie wunderbarlich ist doch diese Strafe! / Der gute Hirte leidet für die Schafe, / die Schuld bezahlt der Herre, der Gerechte, / für seine Knechte.

7) Ach großer König, groß zu allen Zeiten, / wie kann ich gnugsam solche Treu ausbreiten? / Keins Menschen Herz vermag es auszudenken, / was dir zu schenken.

8) Ich kanns mit meinen Sinnen nicht erreichen, / womit doch dein Erbarmung zu vergleichen; / wie kann ich dir denn deine Liebestaten / im Werk erstatten?

Predigt

Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus. Amen.

Zur Krise ist es nicht mehr weit. Im Rückblick wird man das besser verstehen. Jetzt nimmt man das eine oder andere Zeichen wahr, bemerkt vielleicht auch, dass die Dinge sich zuspitzen.  Schwer zu sagen, was man jetzt tun sollte. Soll man die Dinge laufen lassen oder noch einmal versuchen, sich mit aller Macht gegen die Entwicklung stemmen?

Wir kennen und erinnern diese Gedanken. Und noch immer begleiten sie uns, wenn wir die Epidemiologen sagen hören: „Wir sind am Anfang der Krise.“ Man merkt ja selbst noch recht wenig davon, wundert sich vielleicht über all die Vorkehrungen, die in den letzten Wochen und Tagen getroffen wurden. Nach und nach beschleicht einen ein ungutes Gefühl. Was da wohl noch kommt?

Ein junger Vater erzählt, dass seine Kinder die Zeit, die sie jetzt miteinander verbringen dürfen, fraglos und arglos genießen. Wie gut!

Können wir uns die Jünger so ähnlich wir vorstellen, oder ahnen sie schon, was als nächstes kommt, als sie in Betanien, nah bei Jerusalem, mit Jesus zusammensitzen. Bei Markus lesen wir davon, im 14. Kapitel die Verse 3-9:

(3) Und als er in Betanien war im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl, und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt. (4) Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salböls? (5) Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an. (6) Jesus aber sprach: Laßt sie in Frieden! Was betrübt ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan. (7) Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, und wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun; mich aber habt ihr nicht allezeit. (8) Sie hat getan, was sie konnte; sie hat meinen Leib im voraus gesalbt für mein Begräbnis. (9) Wahrlich, ich sage euch: Wo das Evangelium gepredigt wird in aller Welt, da wird man auch das sagen zu ihrem Gedächtnis, was sie jetzt getan hat.

Zwei Tage vor dem Passa-Fest sind Jesus und die Jünger bei Simon, dem Aussätzigen, in Betanien eingekehrt. Um die Mittagszeit trennen sie nur noch wenige Kilometer von Jerusalem. Dass maßgebliche Kreise Jesu Wirken mit Argwohn, ja Ablehnung verfolgten, werden alle gewusst haben. Mit einer Zuspitzung musste man rechnen, vielleicht auch damit, dass das Establishment zuschlagen würde, um klarzumachen, wer Herr im Haus ist.

Kann sein, dass es auch unter den Jüngern und Anhängern Jesu welche gegeben haben wird, die sich die Zuspitzung der Krise geradezu wünschten, damit dieser zeigen, ja, endlich beweisen könnte, was für einer er ist – Herr, der himmlischen Heerscharen. Da würden die andern aber dumm aus der Wäsche schauen, wenn „nur ein Wink von seinen Händen“ reichte, die Gegner vom hohen Ross zu holen.

Vermutlich gehört auch Judas zu denen, die so denken. Später am Tag wird er Jesus verraten. Dann werden sie ihn ergreifen und am andern Tag verurteilen und kreuzigen.

Das wissen sie noch nicht, als sie in Simons Haus um den Tisch versammelt sind. Ist es wie immer? Kaum, hat doch Jesus immer wieder Andeutungen gemacht, rätselhafte Andeutungen für sie, die sie nicht wussten, was wir wissen. Also nicht wie immer. Zwar in gewohnter Weise aber in eigenartiger Atmosphäre.

Ich denke an uns und unsere Vorkehrungen. Auch wir wollen wachsam sein und geben uns Mühe damit. Wir leben einen am Gewohnten orientierten Alltag, aber wir wissen nicht, was genau auf uns zukommen wird. Es geschehen Dinge, die wir nicht verstehen und die sich unserer Berechnung entziehen.

Die Tür geht auf. Eine Frau, wer weiß ihren Namen? betritt den Raum und geht auf Jesus zu. Sie „hatte ein Glas mit unverfälschtem und kostbarem Nardenöl und sie zerbrach das Glas und goß es auf sein Haupt“ [Mk 14,3]

Man könnte, entspräche der äußere Rahmen dem mehr, an die Salbung eines Königs denken. Aber doch wohl nicht im Hause eines Aussätzigen! Da passt eins nicht zum andern. Ich kann mir vorstellen, wie die Jünger, die alle aus sparsamen Verhältnissen kamen, die Augen aufrissen, als die Frau das Öl auf Jesu Haupt goss. Immerhin hatte das Öl den Wert eines einfachen oder eineinhalbfachen Jahreseinkommens eines Arbeiters. „Was soll diese Vergeudung des Salböls?“ [14,4] schimpfen sie. Was hätte man mit dem Geld alles anfangen können! Und wer weiß, wozu man es noch brauchen würde?

„Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben.“ [Mk 14,5]

Ja, das wäre rationales Handeln! Da hätte die Vernunft das entscheidende Wörtchen gesprochen. Offenbar verhält es sich bei der Frau anders. Aus ihrer Handlung sprechen Ehrerbietung und überschwängliche Hingabe. Sie zählt nicht die Groschen, und bei ihr weiß die eine Hand nicht, was die andere tut. Spürt sie, was Jesu Jünger, hilflos der Situation gegenüber, übergehen. Nachher wird einer aus ihrer Mitte Jesus verraten. Dann nimmt das Unheil seinen Lauf.

Nicht nur jetzt, da die Frau Jesus salbt, sind sie Zuschauer. Merken sie schon, dass sie das Heft des Handelns schon längst nicht mehr in der Hand haben? Aber wir sind erst am Anfang der Krise.

Trotzdem darauf angewiesen sein, dass von irgendwoher sich eine Lösung auftut, empfinden wir wie auch Jesu Gefährten als schwere Prüfung. „Was kann man machen, wenn man nichts mehr machen kann?“ hat der Künstler Thomas Lehnerer auf eine seiner letzten Zeichnungen geschrieben.  Dann ist er gestorben.  Ohnmacht. Die Angehörigen spüren sie und manchmal die Zeitzeugen.

So hatten sie sich das nicht vorgestellt. Schließlich waren sie Jesus aus anderen Gründen nachgefolgt. Weil er ihre Hoffnung war. Weil er dem geschundenen Land und seinem Volk politisch und wirtschaftlich auf die Beine helfen würde. Weil er Gerechtigkeit einführen würde und der Selbstbedienungsmentalität der Mächtigen einen Riegel vorschieben würde. Weil er die Kranken heilen und das Leben neu machen würde. Und mit all dem hatte er ja schon angefangen. Warum verblieb er jetzt, da die Wut der Widersacher zunahm und sich tödlich entladen würde, so merkwürdig passiv? Warum nimmt er alles hin? Warum steht er nicht auf und wehrt sich?

Diese Passivität ist kaum auszuhalten. Die Duldsamkeit auch jetzt, als die fremde Frau mit ihrem Öl auf ihn zutritt.

Die Jünger lassen die Frau ihren ganzen Unmut spüren. Darin gesellen sich Zweifel und Verzweiflung zueinander. Dabei tut sie das, was man tun kann, wenn man nichts mehr tun kann, als hätte sie verstanden oder gespürt, wie es nun weitergehen wird.

Das spricht Jesus an. Er lässt sich die Segenshandlung gefallen. Deutet sie und gibt ihr bleibende Bedeutung für alle die nachkommen: „Sie hat getan, was sie konnte. Sie hat meinen Leib im Voraus gesalbt für mein Begräbnis“ [14,8]. „Sie hat getan, was sie konnte.“ Mehr geht nicht. Mehr muss auch nicht sein. Aber darauf kommt es an.

Und sie hat die Frage beantwortet, ob man Gott etwas schenken kann. Man kann! Und wie! Das steht allen als Beispiel vor Augen.

Wer schenkt, rechnet nicht. Berechnung und Schenken gehen nicht zusammen. Und sie schenkt das kostbare Öl und mit ihm die liebevolle Zuwendung. Jesus selbst ordnet es ein als ein Geschehen auf seinem Weg in den Tod. Da werden am Ostermorgen früh, bevor die Sonne aufgegangen war, die Frauen sich auf den Weg zu seinem Grab machen, weil sie den Toten salben wollen. So, als wollten sie ihn versiegeln und schützen auf dem Weg in den Tod. Auch hier wird die Ohnmacht dabei sein. Und auch hier wird das Handeln der Frauen die Frage beantworten: „Was kann man machen, wenn man nichts mehr machen kann?“

Die Möglichkeiten in der Ohnmacht sind reduziert auf Zeichen der Liebe. Ja, die Liebe widersteht der Ohnmacht. Die Frauen am Kreuz, von denen Markus berichtet, leben es.

So wie sie tun es die Angehörigen, die sich am Bett des Sterbenden versammeln und Wache halten. Die Tochter, die ihrem Vater, der zeitlebens die Bachsche Musik geliebt hatte, diese jetzt zu Gehör bringt. Die Frau vom Pflegedienst, die der Sterbenden den trockenen Mund befeuchtet. Die Mitarbeiterin vom Hospizverein, die dableibt, als die Frage immer drängender wird: „Was kann man machen, wenn man nichts mehr machen kann?“ Der Enkel, der am Bett des Großvaters in Tränen ausbricht. Der Mensch, der dem Verstorbenen die Augen schließt. Und in den Abgründen der gegenwärtigen Krise die Ärztinnen und Pflegekräfte, die sich in ihrem Dienst verausgaben.

Gnade uns Gott, wenn die verschwenderisch geschenkte Liebe nur mehr darauf reduziert würde, dass es sich rechnet, und sie uns vorenthalten würde, weil sie in theoretischer Erwägung an anderer Stelle mehr gebraucht würde! „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, lautet das Gebot. Es gilt auch jetzt. Und wie! Es ist unsere Antwort auf Gottes Liebe, wie sie im Heiland Gestalt angenommen hat.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle unsere Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

EG 400    Ich will dich lieben, meine Stärke

(hätten Sie gedacht, mal an einem Kirchenlied-Karaoke teilzunehmen?)

Fürbittengebet

Wir beten zu dir, Gott, und bitten dich, dass du uns durch diese Tage begleitest. Wie gerne würden wir auf all die

Nachrichten und Brennpunkte verzichten, die Zahlen und Statistiken, auf all die Meinungen von Hinz und Kunz.

Wir beten zu dir, Gott, und bitten dich, dass du bei denen bist, die verlassen sind von der Hoffnung, von der Möglichkeit Hilfe zu erfahren, von den Nächsten, die nicht bei ihnen sein dürfen.

Dich, oh Herr, brauche ich, um Kraft und Mut zu schöpfen. Kraft und Mut, um immer wieder aufzustehen, damit die Hoffnung auflebt.

Wir beten zu dir, Gott, und bitten dich, dass du uns Geduld und Gelassenheit schenkst, wenn wir den Versuch machen, planend und berechnend der Situation Herr zu werden, nur um bald danach unsere Ohnmacht neu erfahren zu müssen.

Dich, oh Herr, brauche ich, um Kraft und Mut zu schöpfen. Kraft und Mut, um immer wieder aufzustehen, um nie die Hoffnung aufzugeben.

Wir beten zu dir, Gott, und bitten dich, dass du uns hilfst diese Tage miteinander zu bestehen und füreinander da zu sein. Steck mit deiner Liebe unsere Liebe an.

Dich, oh Herr, brauche ich, um Kraft und Mut zu schöpfen. Kraft und Mut, um immer wieder aufzustehen, um nie die Hoffnung aufzugeben.

Wir beten still.

Stilles Gebet

Vater unser im Himmel

Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

EG 402 Meinen Jesus lass ich nicht

1) Meinen Jesum lass ich nicht; / weil er sich für mich gegeben, / so erfordert meine Pflicht, / unverrückt für ihn zu leben. / Er ist meines Lebens Licht: / Meinen Jesum lass ich nicht.

5) Nicht nach Welt, nach Himmel nicht / meine Seel sich wünscht und sehnet; / Jesum wünscht sie und sein Licht, / der mich hat mit Gott versöhnet, / mich befreiet vom Gericht: / Meinen Jesum lass ich nicht.

6) Jesum lass ich nicht von mir, / geh ihm ewig an der Seiten; / Christus wird mich für und für / zu der Lebensquelle leiten. / Selig, wer mit mir so spricht: / Meinen Jesum lass ich nicht.

Mitteilungen

Die üblichen Veranstaltungen der Karwoche müssen leider ausfallen.

Bitte beachten Sie unsere Website ( https://www.emmaus-bremthal.de/ ), auf der wir jeden Tag Losung und Lehrtext und ein Gebet zum Tag einstellen.

Da gibt es bald noch mehr zu sehen. An Karfreitag und am Ostersonntag können Sie dort die Predigten im Clip, im kurzen Film bei youtube herunterladen.

Tobias Kaufmann und Dirk Roethele danke ich herzlich für die technische Realisierung des Projekts.

Falls Sie im Besitz eines Smartphones sind können Sie uns ihren persönlichen Ostergruß zukommen lassen. Die Aufnahme sollte nicht länger als 20 Sekunden dauern. Dann lässt sie sich noch per Mail weitergeben. Wohin? An pfarramt@emmaus-bremthal.de

Tobias Kaufmann wird dafür sorgen, dass wir die Botschaften an Ostern – Sonntag oder Montag – über die Website der Gemeinde sehen können.

Bleiben Sie gelassen und wohlbehütet!

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig. Der Herr hebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden. Amen.

Amen, amen, amen.

Musik zum Ausgang

Arie aus der Kantate : BWV 182 Himmelskönig,  sei willkommen – Cristel de Meulder, Sopran – Cantata Orchestra OLV Geerd van Dosselaer

Jesu, lass durch Wohl und Weh / mich auch mit dir ziehen. / Schreit die Welt nur ‚kreuzige!‘, so lass mich nicht fliehen, / Herr, von deinem Kreuzpanier, / Kron und Palmen find ich hier.