Andacht zum Wochenspruch am Sonntag Reminiszere

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. (Röm 5,8)

Gottes Liebe ist ein großes Wort, es fällt schwer, Liebe in Worte zu fassen.  Denn Liebe ist weit mehr, als unsere Vernunft und unser Verstand greifen kann. Die Liebe ist weit mehr, als unsere Worte ausdrücken können, genau wie der Glauben an Gott. Liebe ist ein Beziehungsgeschehen, das unser Fühlen und Denken, unseren Kopf und unser Herz und alle unsere Sinne ergreifen und bewegen will. Das gilt für die Liebe zwischen uns Menschen. Und das gilt auch für die Liebe Gottes zu uns Menschen.

Liebe und Musik stehen in einem innigeren Verhältnis zueinander als Liebe und Worte. Denn wie die Liebe ergreift auch die Musik, alle unsere Sinne und bewegt uns in unseren Herzen. Und wer nicht aufhört an Gott zu glauben, wird auch immer in diesem Bann bleiben.

Musik bringt Liebe zum Erklingen. Und die Musik inspiriert die Liebe zu immer neuen Tönen und Melodien. Von göttlicher und menschlicher Liebe klingt es in vielen musikalischen Werken, in Liedern, Opern und Oratorien.  Der christliche Glaube ist kein philosophisches oder irdisches Gedankenspiel, sondern ein Beziehungsgeschehen, das die Realität der Glaubenden verändert.

Es geht um die Beziehung Gottes zu uns Menschen, um die Beziehung von uns Menschen zu Gott und um die Beziehung von uns Menschen zueinander.

Unsere Beziehung zu Gott ist bestimmt durch seine voraussetzungslose und von uns Menschen nicht verdiente Liebe.

Wenn Menschen Recht sprechen, dann wägen sie UND URTEILEN aufgrund der Handlungen, die ein Mensch zuvor getan hat.

Mit Gott ist das anders, Gott liebt uns immer. Gott spricht uns Menschen nicht deshalb gerecht, weil wir zuvor gerecht gehandelt und uns seinen Rechtsspruch verdient hätten. Gott spricht uns gerecht, weil er uns liebt. Und seine Liebe zu uns ist nicht die Belohnung für unser Wohlverhalten oder für unsere Frömmigkeit. Gott aber hat seine Liebe zu uns darin erwiesen, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Denn die Liebe bleibt auch in diesen Erfahrungen von Leiden, Sterben und Tod wahr, ja sogar bestimmend. Deshalb gilt für uns wie für Christus:
Gottes Liebe ist stärker als alle Todesmächte dieser Welt.

So ist das Kreuz für uns Christen ein Beweis und Zeichen für Gottes Liebe!

(Maren Gougeon)

Herr,
Deine Liebe ist groß und verwandelt uns,
deine Barmherzigkeit hat keinen Anfang und kein Ende.
Deine Güte umspannt Himmel und Erde.

Wir beten für die, die krank und die in Trauer sind. Lass auch sie Deine Liebe spüren und Trost darin finden. 

Gedenke deiner Barmherzigkeit und Güte, wenn wir für die beten, die wegen ihres Glaubens verfolgt, diskriminiert und ausgegrenzt werden.
Sieh die Verzweiflung und die Ohnmacht der Menschen,
die gequält und getötet, deren Kirchen verbrannt werden,
und gib uns den Mut und den Willen, sie zu retten.
Bewahre ihren Glauben; bleibe Du ihre Zuflucht.

Brich die verfeindeten Strukturen auf,
stärke die Menschen mit Verantwortung in den Religionen oder der Politik,
dass sie einander achten und Gewalt verhindern,
dass sie die Verfolgten schützen und Wege zur Versöhnung ebnen.

Wir bitten Dich für uns selbst und alle Christinnen und Christen dieser Welt,
lass uns voller Hoffnung unseren Glauben teilen,
uns angstfrei zu Jesus Christus bekennen,
dass wir in Barmherzigkeit und Güte miteinander leben
und deiner Liebe gerecht werden.

Amen

(Melanie Voigt)