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Jugendvertretung

Die Jugendvertretung plant, organisiert und verantwortet die Jugendarbeit in der Emmausgemeinde. Zu regelmäßigen Sitzungen treffen sich Simon Meister, Nina Rossbach, Yannik Schaper, Martin Schelle,  Saskia Schmeckthal, Paula Schenck, Daniel Wintermeyer und Pfr. Moritz Mittag.

Jugendvertretung 2015-16

Daniel Wintermeyer und Martin Schelle versetzten sich in die Lage eines Lauschers an der Tür – Emmausblick 3/2014:

Der Lauscher an der Tür –
oder womit sich die JV beschäftigt

Vor zwei Monaten hörte ich im Gottesdienst, dass viele Mitglieder der Jugendvertretung verabschiedet, andere neu vorgestellt wurden. Ich war ziemlich müde, die Nacht davor war ich sehr spät ins Bett gegangen, und deswegen passte ich nicht so extrem gut auf. Der Gottesdienst war zu Ende, und ich vergaß durch meinen alltäglichen Stress schnell das im Gottesdienst Gesagte…
Bis ich eines Tages wieder von der Jugendvertretung hörte. Das kam so: Eines Mittags vergaß ich meine Schlagzeug-Sachen im Emmaus und hatte abends kurz Zeit. Ich entschied mich, schnell meine Sachen zu holen. Als ich aus der Tür ging, hörte ich noch meine Mutter rufen, dass ich spätestens um 10 Uhr zu Hause sein solle!

Am Emmaus angekommen prüfte ich, ob die Tür zum Gottesdienstraum offen ist; leider war sie das nicht, und deswegen probierte ich es unten. Ich hatte Glück, machte die Tür auf, nahm meine Sachen und wollte schnell wieder nach Hause, weil meine Lieblingssendung lief. Doch plötzlich hörte ich Stimmen. Sie kamen aus dem Besprechungsraum im Emmaus, und ich wurde neugierig. Ich trat an die Tür zu dem Raum, in dem die Stimmen waren und lauschte. Ich konnte Jugendliche hören, zählte nach einer Weile acht verschiedene Stimmen, sowie die vertraute Stimme von unserem Pfarrer, Herrn Mittag. Sie diskutierten gerade über die Freizeiten. Zwar ernst, aber auch mit viel Humor und Lachen dazwischen. Ich konnte kaum noch etwas von der Konversation der Jugendlichen mit, schnappte nur ein paar Wörter wie „Auto Rallye“, „Rallye für Jugendliche“
und „Waffelback-Contest“ auf.

Ich wurde erst aus meinen Gedanken gerissen, als die Tür aufging. Ich erschrak sehr und hoffte, dass nichts Schlimmes passieren würde. Aus dem Raum kamen zuerst Herr Mittag, dann die acht Jugendlichen, von denen ich die Stimmen gehört hatte. Ich erkannte sie sofort. Sie waren die Jugendvertretung, die letztens in dem Gottesdienst vorgestellte worden war. Sie
guckten mich alle etwas verwirrt an, bis einer mich fragte, was ich hier mache. Ich erzählte ihnen natürlich, wie es sich zugetragen hatte und alle lachten. Sie luden mich zur Babbelstubb ein, ein wöchentliches Treffen von Jugendlichen in Bremthal, das montags um 18 Uhr losgeht und ein offenes Ende hat. Sie verabschiedeten mich, ohne sich ein großes Grinsen zu verkneifen.

Ich verließ das Emmaus und machte mich guten Mutes auf den Heimweg. Ich warf einen kurzen Blick auf mein Handy und bemerkte, dass ich drei Anrufe meiner Mutter sowie einen Anruf meines Vaters verpasst hatte, und dann bemerkte ich auch die Zeit: 22.18 Uhr. Ich fing an zu rennen und war nach kurzer Zeit zu Hause. Ich klopfte an der hören, dass sie zuerst über die Winterfreizeit redeten. Vorschläge wurden gesammelt und nach kurzer Zeit einigte man sich auf das Ruhrgebiet als Ziel. Es klang sehr interessant, was sie dort alles machen wollten, aber auch sehr anstrengend zu planen. Während sie diskutierten, überlegte ich, wer die Jugendlichen waren, und für wen sie diese Freizeiten planten. Da ich selber noch nie im Ruhrgebiet war, interessierte es mich sehr.

Eine Jungenstimme ertönte und sagte, dass nun die Sommerfreizeit das Thema wäre. Wahrscheinlich war es der Leiter dieses Treffens. Sie redeten eine Zeitlang weiter, da sie sich nicht einig waren, wohin die Sommerfreizeit gehen und welchen Schwerpunkt sie haben sollte, bis jemand die Reise in eine Großstadt vorschlug. Alle waren sich sofort einig: Das machen wir!
Nun ging’s darum, welche Großstadt, wobei ich kaum etwas mitbekam, weil meine Mutter mir schrieb, wo ich denn sei. Sie erhielt schnell die Antwort, dass ich sobald wie möglich zu Hause sein würde, da es schon 21:30 Uhr war. Nun wurde – wahrscheinlich vom Leiter der Sitzung – vorgeschlagen, zum nächsten Punkt zu kommen: Events für die Gemeinde. Die Jugendlichen hatten viele Ideen, manche sehr unrealistisch, aber manche durchaus durchsetzbar. Sie wollten von der alten JV ein paar Ideen übernehmen.

Ich hörte zum ersten Mal JV und ich fragte mich, was die JV ist und war sehr lange in Gedanken versunken, ob ich diese beiden Buchstaben schon mal gehört hatte. So bekam ich Haustür, meine Mutter empfing mich, und ich ahnte ihre Frage: „Warum bist du so spät?“ Ich antwortete knapp: „Ich glaub, ich habe neue Freunde gefunden“, teilte ihr noch schnell den Termin für die Babbelstubb mit, legte mich ins Bett und schlief mit einem guten Gefühl ein.