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Presse

Artikel aus dem Emmausblick Herbst 2017

Mit dem Förderverein an der Straße der Romanik

Nein, wir waren nicht an der Romantischen Straße, wir haben vom 14. bis 17. Juni die Straße der Romanik besucht! Wie kann man eine Straße besuchen? Gut, die Zeil ist klar, oder die Kö in Düsseldorf, da kann man einkaufen, oder Les Rambles in Barcelona, da kann man flanieren. Aber eine romanische Straße? Gibt es da viele Buchgeschäfte, wo liegt sie? Die Straße der Romanik liegt in Sachsen-Anhalt. Dort gibt es noch viele Kirchen und Klöster aus dem Zeitalter der Romanik, diese hat man nun auf der Landkarte mit einer Schnur verbunden, und weil es zwischen allen Orten auch Straßen gibt, ist so die Straße der Romanik entstanden. Diese Straße ist wie eine Perlenschnur mit vielen wunderschönen und großartigen Gebäuden „bestückt“ aus der Zeit der Romanik, also etwa aus dem 10. bis zum 13. Jahrhundert.
Sachsen-Anhalt – es sind keine vier Stunden Autofahrt dorthin. Aber wir fanden dort ein anderes Land, eine andere Welt. Quedlinburg war unser Hauptziel. Vor 1000 Jahren hatten hier die deutschen Kaiser eine Pfalz, die sie über drei Jahrhunderte mit ihrem gesamten Hofstaat jährlich zu Ostern aufsuchten. Damals gab es in Deutschland keine feste Hauptstadt, aber so wie Aachen oder Gelnhausen war Quedlinburg dann praktisch für mehrere Wochen die Zentrale des damaligen Kaiserreiches. Und im 10. und 11. Jahrhundert ließen sich die deutschen Kaiser aus dem Geschlecht der Salier auch in der Krypta des Domes zu Quedlinburg beisetzen. Und damit ihrer immer gedacht und für sie immer gebetet werden würde, gründete Kaiser Otto I. ein Damenstift. Den Dom und die Krypta mit den Kaisergräbern konnten wir im Rahmen einer sehr inte
ressanten Führung besichtigen. Die Geschichte, die schlichte und mächtige Kirche, die mittelalterlichen Gebäude rund um die Kirche und der großartige Blick vom Domberg auf die Stadt haben uns alle sehr beeindruckt. Aber große Geschichte ist immer auch Veränderung, manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Der Quedlinburger Dom wurde im Dritten Reich von den Nazis zu einer zentralen Kultstätte des deutschen Nationalsozialismus umgebaut und oft von Heinrich Himmler besucht. Die Nazis wollten sich damit in die Tradition der Deutschen Kaiser stellen. Auch diesen Alptraum haben Dom und Stadt überstanden, von den Umbauten der Nazis, die den Dom entweihten und einige Jahre für ihre Kultfeiern benutzten, ist für den ungeschulten Beobachter nichts mehr zu sehen. Der Dom ist wieder Kirche, wie all die Jahrhunderte davor.
Quedlinburg wurde im 2. Weltkrieg kaum beschädigt, die große mittelalterliche Stadt blieb erhalten – um dann in der DDR-Zeit langsam vor sich hin zu verrotten. Nach der Wende wurde die gesamte Altstadt mit großer Sorgfalt restauriert. Natürlich gibt es sehr viele Touristen, die Stadt lebt davon. Wir haben kein Museum vorgefunden, aber viele freundliche Menschen. Und die Stadt ist voller Leben! Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt und die Tage genossen. Ein Ausflug führte nach Halberstadt. Merkwürdig breite Straßen und Plattenbauten in der Innenstadt um den gotischen Dom herum. Die Stadt war im Krieg durch Bomben fast vollständig zerstört, ebenso der Dom. Der Dom wurde schon zu DDR-Zeiten und schließlich nach der Wende großartig wiederhergestellt. Ein Besuch im Dommuseum und der Schatzkammer des Domes rundete

den Nebenausflug in das Mittelalter ab. Auch hier wieder ein Abstecher in die Geschichte. Neben beeindruckenden Altarbildern, prunkvollen Messgewändern, mit Gold, Elfenbein und Edelsteinen beschlagenen Buchdeckeln und Kelchen sahen wir auch eine Reliquie des Heiligen Jakobus: Eine Schädeldecke, die die seine sein soll, in Gold gefasst, ist dort in einer Vitrine zu sehen, fast versteckt und eher schlicht in einer Ecke. Auf der Beschreibung am Sockel ist zu lesen, dass das unendlich kostbare Stück im 13. Jahrhundert aus Konstantinopel nach Venedig kam. Von dort gelangte die Reliquie nach weiteren Umwegen als Schenkung an den Halberstädter Dom. Was nicht zu lesen war, aber sehr wahrscheinlich ist: Die Reliquie wurde 1204 von den christlichen Kreuzfahrern bei der Eroberung und Plünderung des christlichen Konstantinopel geraubt und nach Venedig gebracht. Wir haben in den drei Tagen viele weitere Kirchen besucht, manche erkennbar kaum benutzt und gebraucht, fast alle sorgsam und aufwändig restauriert, z. T. umstanden von hohen alten Bäumen. Wir sind durch Dörfer und kleine Städte gefahren, die alle aufgeräumt und schön hergerichtet waren, aber alles war eher leer. Der Puls des Lebens, wenn er sich an Autos, Gewerbegebieten, Einkaufszentren und Tankstellen am Stadtrand fühlen lässt, schlägt hier nur schwach. So wie wahrscheinlich auch das Gemeindeleben, das viele dieser Kirchen erfüllt, offensichtlich nur von wenigen Menschen getragen wird. Kürzlich stieß ich auf ein paar Sätze von Marcel Proust, der ein großer Verehrer und Bewunderer der französischen Kathedralen war und dagegen kämpfte, dass man in Frankreich um 1900 nach der Trennung von Staat und Kirche viele Kirchen abreißen, in Museen umwandeln oder anderen Zwecken zuführen wollte: „Ach, es ist immer noch besser, eine
Kirche zu verwüsten, als sie ihrem Zweck zu entfremden. Solange man in ihr noch die Messe zelebriert, bewahrt sie, so verstümmelt sie auch sein mag, wenigstens noch ein bisschen Leben. Am Tag ihrer Zweckentfremdung ist sie tot, und selbst wenn man sie als ein historisches Denkmal vor anstößigen Zwecken schützt, ist sie nichts weiter als ein Museum.“ Gottlob fanden wir keine verstümmelten oder verwahrloste Kirchenbauten – aber viele Kirchen spürbar ohne Menschen – also eigentlich … Museen. Nachdem die deutschen Kaiser nicht mehr aus dem Adelsgeschlecht der Salier stammten, sondern im 12. Jahrhundert von den Staufern abgelöst worden waren, ließen sich die Kaiser im Dom zu Speyer zur ewigen Ruhe betten.
Franz Lindenberg

 

Artikel aus dem Emmausblick Sommer 2017

Alles neu macht der Mai…

Bei uns war es weder der Mai noch der April. Der Förderverein hat die Mittel zur Verfügung gestellt, eine Erneuerung der Küche zu verwirklichen. In der Woche vor Palmsonntag kam die neue Küche. Kaum ein Raum, wenn man einmal vom Saal absieht, wird im Gemeindezentrum so stark genutzt und strapaziert wie die Küche. Alle vier Wochen montags kreieren die Frauen von der Brückentafel ein ausgewachsenes Menu. Jeden Montag schnippeln und brutzeln die Jugendlichen aus der Babbelstubb ihr Abendessen, sonntags wird hier der Kirchenkaffee gebrüht, bei allen Festen und Bewirtungen ist die Küche Dreh- und Angelpunkt. Dazu kommen noch die kochenden Frauen und Männer, die sich von Zeit zu Zeit abends hier versammeln.

Mittlerweile ist alles eingeräumt und hat seinen Platz. Die Teller warten nun in großen Schubladen darauf, dass sie aus ihnen herausgehoben werden. Schluss mit Balanceakten auf den Zehenspitzen! Auch Töpfe und Pfannen sind in großen Schubladen untergebracht. Natürlich gehen die Auffassungen darüber auseinander, wo man am besten die Töpfe aufbewahrte und wo die Servietten. „Man hätte…“ Und dass früher alles besser war, muss auch mal gesagt werden. Vielleicht hängt das aber auch nur damit zusammen, dass die Aufbewahrungsorte sich einprägen müssen wie Vokabeln, die irgendwann im Schlaf abrufbar sind. Der Durchgang zum Saal, verbreitert und licht gestaltet, ist ein Gewinn – unstrittig. Und die Qualität der neuen Küche auch. „Let’s guck, eh cook!“ MM

 

 

Artikel aus dem Emmausblick Winter 2012/13

Haus-Aufgaben
Neues vom Förderverein Evangelisches Gemeindezentrum
Emmaus Bremthal e.V.

Es gibt viel Schönes zu berichten; aber gemach, gemach, alles in chronologischer Reihenfolge.

Zunächst wurden uns am 16.09.2012 durch Valentin Blomer musikalische Perlen zugeworfen. Wie gerne haben wir sie aufgefangen, und wie gut haben sie uns getan. Man merkte – insbesondere bei der Interpretation von Franz Liszt – sowohl beim Komponisten als auch beim Interpreten die Freude an der Musik. Danke, Valentin!!! Danke auch für das fürstliche Honorar von über 1000 Euro, die der Förderverein durch Dich bekommen hat.

Ja, und dann kam Arbeit auf uns zu: Beim ersten „traditionellen“ Putzfestival am 29.09.2012 und – in winterlicher Atmosphäre – bei der großen Gartenpflege am 23.10.2012.

Unter der musikalischen Begleitung von Suvi Mauer konnten wir 21 Menschen im Alter zwischen 3 Monaten und 89 Jahren unserer bis zu diesem Tag vielleicht versteckten Leidenschaft des Putzens frönen. Wir haben in den zwei Stunden nicht alles geschafft, und die eine oder andere Spinnwebe ist noch hängen geblieben. Aber großes Ehrenwort! Mit ihrer Hilfe werden beim Putzfestival im nächsten Jahr (am 28.09.2013 – Termin vormerken!) auch diese Reste entfernt. Es war eine fröhliche Stimmung, die noch durch die Darbietungen eines Clowns aus der Clownschule – er begleitete uns beim Mittagessen – angehoben wurde.

Und die Gartenarbeit? Trübe und kalt war es, und zudem schneite es auch noch. Insgeheim hatte wohl jeder der 16 teilnehmenden, freiwilligen Gartenmitarbeiter und -innen gehofft, dass ein Anruf kommen möge, bei dem die ganze Aktion abgesagt würde. Thomas Decker – unter seiner Leitung stand die Gartenarbeit – meinte, er habe am Vortag die ganze Zeit im Regen gearbeitet, man könnte das auch bei Schneefall tun. Und um nicht zu frieren, sind wir der Arbeit emsig nachgegangen. Welch ein schöner Erfolg nach 4 Stunden Tätigkeit. Der Garten war wieder durchsichtig geworden (übrigens ein weiterer Termin: große Gartenpflege, egal bei welchem Wetter: am 26.10.2013).

Allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen herzlichen Dank!

Auch in Zukunft werden wir vom Förderverein Ihnen behilflich sein, Ihre versteckten Talente zu entdecken. Zum Beispiel suchen wir noch fleißige Hände für den „kleinen“ Gartengang (Wildkraut zupfen, leichte Schnittarbeit), die nach frühzeitigen Anruf ein- bis zweimal im Jahr mithelfen.

Über weitere Aktivitäten wird unter „Haus-Aufgaben“ in weiteren Ausgaben des Emmausblicks zu lesen sein.
Dr. Friedhelm Fischer